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Tatermann Hochrindl

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2017

Tatermann Hochrindl 1

Tatermann Hochrindl - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2017

Tatermann Hochrindl 2

Tatermann Hochrindl - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2017

Tatermann Hochrindl 3

Tatermann Hochrindl - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2017

Tatermann Hochrindl 4

Tatermann Hochrindl - Bild 4

Foto: Ansichtskartenhersteller Risch-Lau Archiv

Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek

Tatermann Hochrindl - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2017

Tatermann Schloss Albeck 1

Tatermann Hochrindl - Bild 6

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2017

Tatermann Schloss Albeck 2

Tatermann Hochrindl - Bild 7
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Beschreibung

Die Holzskulptur des Tatermanns auf der Hochrindl wurde im Verlauf der Zeit immer wieder erneuert, so u. a. im Jahr 1969 und zuletzt 1993. Die Ende der 1960-er Jahre von Straßenmeister Hubert Strohmaier sen. gefertigte Holzschnitzfigur war nicht wetterfest, worauf Franz Leeb aus Gnesau 1993 den Auftrag zur Anfertigung eines neuen Tatermanns erhielt. Die 180 cm große Vollplastik wurde am 22. August 1993 eingeweiht. Die Kosten betrugen 68.000 Schilling.
Die alte Skulptur von Hubert Strohmaier ist heute im Schloss Abeck im Eingangsbereich zu besichtigen.

Legende, Geschichte, Sage

Im Volksmund wird der Türke "Tatermann" oder auch "Tattermann" genannt. Die beiden Schreibweisen gehen auf die unterschiedliche sprachliche Herleitung des Begriffes zurück. Seine Bedeutung konnte von den Volkskundlern bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Zweimal – 1476 und 1478 – wurde Sirnitz von den Türkenhorden heimgesucht. Die Holzfigur des Tatermanns, hier auf der Inschriftentafel als "Tatarmandl" bezeichnet, erinnert daran und markiert angeblich jenen Punkt, bis zu dem die Türken vorgedrungen sind. Mündlicher Überlieferung zufolge fiel der türkische Anführer während des Kampfes vom Pferd und stürzte in einen Dornenbusch. Dabei verletzte er seine Augen und konnte nichts mehr sehen. Nun gelang es den Gurktaler Bauern den führerlos gewordenen türkischen Reitertrupp zu zersprengen und die Türken in den Seitentälern einzeln zu stellen und zu töten. Soweit die Legende.

Der militärhistorischen Schriftenreihe zum Thema "Die Türkeneinfälle in der Steiermark und in Kärnten vom 15. bis zum 17. Jh." ist zu entnehmen, dass die Türken erstmals am Samstag, dem 25. September 1473 über den Seebergsattel in Kärnten eindrangen und bis zum darauffolgenden Donnerstag das Land druchstreiften. Ein neuerlicher Versuch 1475 in Kärnten einzufallen schlug fehl. 1476 zogen die Türken dann über Tarvis und Arnoldstein nach Kärnten und drangen am 12. Oktober ins Gurktal ein, wo sie Gnesau und Reichenau angriffen. Sich von Reichenau ostwärts wendend, kamen die türkischen Reiter über die Gurktaler Alpen nach Sirnitz, Deutsch-Griffen und Glödnitz. Tags darauf verwüsteten sie das Gurktal von Weitensfeld bis Straßburg, ehe sie nach St. Veit weiterzogen. Im Juli 1478 kehrten die türkischen Reiterhorden wieder. Diesmal kamen sie über die Flitscher Klause und den Predilsattel nach Kärnten, durchsteiften das Gail- und Drautal nach Norden bis ins Lieser- und Katschtal und kamen am Rückweg um den 29. Juli 1478 wiederum über die Gurktaler Alpen nach Sirnitz, Deutsch-Griffen und Glödnitz, ließen den Markt Weitensfeld in Flammen aufgehen und drangen über die Berge bis Pulst im Glantal vor. Die größere Reiterschar wandte sich von der Reichenau westwärts, ließ Bad Kleinkirchheim in Flammen aufgehen und erreichte über Radenthein und Millstatt, dessen Kirche ebenfalls niedergebrannt wurde, wieder in das Drautal zurück, wo die einzelnen Trupps sich wieder vereinigten.

Im "Handbuch der Geschichte des Herzogthumes Kärnten" von 1843 schrieb Heinrich Hermann zum Türkeneinfall von 1478 folgendes:
"Unter Iskender, dem Sandschackbeg von Bosnien, Michal Oglis Sohne, fielen die Türken am 22.7.1478 wiederum in Kärnten ein, 30.000 an der Zahl. Selbst bis an die Stang- und Flattnitz-Alpe drangen sie, und von da gegen Tamsweg und Mauterndorf auf die sogenannte Blutige Alpe. Überall fingen sie die Menschen und die weidenden Pferde. Nun sollten die Thäler, das von Kleinkirchheim, Reichenau, die Gegend, das von Gnesau, Teichen, Sirnitz, Griffen und Glödnitz ihre Wuth empfinden. Wie im Gail-Thale litten auch hier viele Priester den Matyrer-Tod, mitunter auch scheußliche Qualen. Während diese Raub-Schar sich durch das Gurken-Thal ergoß, Weitensfeld einäscherte und vorbei an den festen Mauern des Stiftes Gurk und des Städtchens Straßburg in die Gegend von Friesach und über Hohenfeld das Krappfeld hinab zog, einzelne Haufen der Renner über Pisweg durch den einsamen Wimitzgraben, die sonst sicher geglaubten Höhen ob Sörg erklimmend, hinab in das Glann-Thal sich ergossen, hatte die Hauptmacht bei Villach gelagert, um hier Beute und Gefangene zu sammeln."

Nachfolgend noch ein von Erika Geiger verfasstes Gedicht zum Sirnitzer Tatermann:

Dås Tåtermandl, wia's früher amol wår

Alser kloaner schon hon ihn as erstmål gsehgn,
bin's erstemol durtn vorbei:
mei Muatter vor mir, und dö hon i derwischt
und hon nix gekinnt sågn åls wie"mei...".
Ban helliachtn Tåg konn dar durt gwiß nix geschehgn,
då låchst du an Tåtermånn aus!
Doch wonns dunkl werd, då werd er gwaltig und schiach,
und då kriagat i heunt noch an Graus,
wonn i für müassat geahn gonz allan ba der Nåcht
und der Lotter durt steaht und was raunggazt und kråcht...
Wer der Tåtermånn is? Jå sein sollt er a Türk,
so aner, der amol die Menschen håt gwürgg
und gepeinigt und gmartert und ghetzt bis aufs Bluat.
Daß dö Zeitn vorbei sind, ist richtewahr guat!
Bis då auf dö Stell sollnt Türkn sein kemm
mitn Raubn und Brennan und Weibermitnehm.
Der oben ban Weg freile is lei aus Holz,
håt an Krumbsabl weck und sei Nåsn;
gråd dåß sie eahm noch za sein hülzanan Stolz an Kofp mitn Helm auf homb glåssn...

Gemeinde

Albeck

Standort

Der Tatermann steht an der Hochrindl Landesstraße.
Hochrindl-Tatermann 1
9571 Albeck

Eigentümer / Betreuer

Gemeinde Albeck