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Preblauer Sauerbrunn

Legende, Sage, Geschichte

Die Sage erzählt:
Südlich von Kliening kommt der weitum bekannte Preblauer Sauerbrunn aus der Erde.
Einst sprudelte hier süßer Wein aus dem Berg, doch sobald man ihn wegtragen wollte, wurde er zu gewöhnlichem Wasser, das keinerlei Geschmack hatte.
Das war damals ein Leben! Die Bauern des oberen Lavanttales zechten an den Sonn- und Feiertagen gerne bei diesem Weinbrunnen, und wenn ihnen der Wein zu Kopf stieg, wisperten und sangen sie und wurden lustig und übermütig. Manchmal haben sie sich auch gegenseitig gefrotzelt, wurden zornig und kamen ins Raufen. Wem eben der Wein zu arg in den Kopf steigt, der verliert die Beherrschung über sich.
Als die Bauern wieder einmal bei der Weinquelle versammelt waren, kam ein altes Bettelmännlein vorbei und wollte auch an diesem Brunnen seinen Durst löschen. Die Bauern wehrten den Armen mit höhnischen Worten ab. Das Männlein bat flehentlich, wenigstens einen einzigen Schluck trinken zu dürfen.
Aber die Bauern lachten nur: " Das ist nichts für alte Leute! So ein Wein könnte dir nur schaden!" Noch ein drittes Mal bettelte der Alte um einige Tropfen, da er sehr durstig war. Nun schlugen die Bauern das Männlein und schrieen: " Für dich ist das Wasser auch gut genug! Du brauchst keinen Wein! Den lässt der Herrgott nur für die reichen Bauern rinnen!" Jetzt wurde der fremde Alte zornig und fluchte mit lauter Stimme, dass die Bauern erschraken: "Weil ihr noblen Leute gar so hartherzig seid und mich nicht einmal einen einzigen Schluck Wein aus der Quelle habt trinken lassen, soll hier nicht einmal mehr Trinkwasser, sondern nur noch Sauerwasser aus der Erde rinnen!"
Ein Blitz fuhr aus dem klaren Himmel auf die Saualpe nieder, und das Bettelmännlein war verschwunden. Als sich die Bauern wieder zur Quelle bückten, war sie zum Sauerbrunn geworden.
Und als solcher sprudelt sie seitdem aus der Erde. Später aber hat dann auch der Preblauer Sauerbrunn den Leuten geschmeckt. Er wird nun von der Quelle weg in Flaschen gefüllt und als heilsames Tafelwasser sogar über die Grenzen Österreichs hinaus versandt.

Aus: http://www.lavanttaler.at/sagen01.html

Beschreibung

Der Preblauer Sauerbrunnen war bereits im Mittelalter bekannt und geschätzt.
Das heilkräftige Wasser, das über einen natürlichen Gehalt an Kohlensäure verfügt,
wurde schon im 13. Jahrhundert in tönernen Krügen bis nach Bamberg verschickt,
wo es auch an der Tafel des Bamberger Bischofs getrunken wurde. Weil man rasch
bemerkte, dass der Genuss des Preblauer Sauerwassers positive Auswirkungen auf
den Verlauf chronischer Krankheiten hatte, war der „Preblauer“ bald weithin bekannt und geschätzt. Sogar in die deutschen Handelsstädte Augsburg und Würzburg wurden größere Mengen transportiert.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts soll der berühmte Arzt und Naturforscher
Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, die Preblauer Quelle untersucht haben. Paracelsus empfahl das „heilkräftige Wasser“ weiter und verhalf dem Preblauer zu zusätzlicher Bekanntheit. Noch heute heißt eine der beiden Quellen „Paracelsusquelle“.

Die erste chemische Analyse führte der Wiener Arzt und Botaniker Dr. Heinrich Johann von Crantz durch, der ein Schüler des berühmten Hofarztes Van Swieten war. Durch das positive Urteil der Experten beflügelt, fand das Preblauer Wasser auch am Kaiserhof dankbare Abnehmer. Kaiser Franz forderte die Kärntner ausdrücklich auf, den Absatz des Preblauer Wassers stärker zu forcieren.

1871 erwarb eine Gesellschaft um Albine Farlatti, Dr. Domenik Bancalari, Dr. Alois Hussa und Josef Steinhäubl das Gut Preblau. Schon 1871 sollen 100.000 Flaschen Preblauer Wasser in alle Teile der Monarchie verschickt worden sein. 1892, als ein neues Brunnenhaus erichtet wurde, konnte man schon auf die stolze Zahl von einer Million verschickter Flaschen verweisen. Weil der Bedarf ständig stieg, begann man bald darauf die zweite Preblauer Quelle in Auen, als „Auer Quelle“ bekannt, in Flaschen abzufüllen.

Das Preblauer Heil- und Mineralwasser, das sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem der bekanntesten Mineral- und Heilwässer Europas entwickelt hat, wird heute im In- und Ausland gerne getrunken und trägt viel zum guten und gesunden Ruf der Paracelsusregion bei.
W. Thelian

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