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Friedenskapelle am Zollner

Legende, Sage, Geschichte

In einer Gemeinschaftsarbeit der Gruppe Obergailtal-Lesachtal der Sektion „Austria“ und des Ortsverbandes Dellach-Gailtal des Österreichischen Kameradschaftsbundes wurde auf dem Zollner in der Nähe der Dr. Steinwender Hütte (heute Zollnersee-Hütte) eine Kapelle erbaut.
Der Erbauung der Kapelle ging die Errichtung eines schmiedeeisernen Kreuzes auf dem Kleinen Trieb im Jahr 1978 voraus, das die Inschrift trägt: „Niemals mehr Feinde, immer mehr Freunde!“
Medizinalrat Dr. Steinwender, der dieses Kreuz errichten ließ, war auch der Wortführer für die Errichtung der Friedenskapelle. Er konnte die Mitglieder des Alpenvereines und vor allem auch den Obmann des Kameradschaftsbundes der Ortsgruppe Dellach, Leopold Stollwitzer und seine Kameraden, für diese große Idee gewinnen. In vielen Gesprächen wurde über Ort, Aussehen und Erbauung der Kapelle gesprochen und geworben. Im Jahre 1980 fand die Projektstudie der Architekturstudentin Marina Muser aus Rom die Zustimmung der Erbauer. Ihr Bauplan kam zur Ausführung und so steht die Kapelle, deren Vollendung sie nicht mehr erleben sollte, auch für sie auf dem Zollner und bewahrt ihr Andenken der Nachwelt.
Es war eine gewaltige organisatorische Tat, die vollbracht werden musste, um das Werk zu beginnen und zu vollenden. Spenden ermöglichten den Baubeginn. Freiwillige Helfer errichteten die Fundamente, schafften Bausteine von den alten Kasernen herbei und errichteten in vielen Arbeitsstunden daraus die Wände und Mauern der Kapelle. Hier wurde Material verwendet, das vor 90 Jahr als Kaserne Soldaten Unterkunft war. Die Nachbarschaften und Waldbesitzer der Gemeinde Dellach spendeten Bauholz zur Errichtung des Dachstuhles. Alle Holzarbeit wurde von Freiwilligen geleistet. Die Organisation lag in den bewährten Händen von Helmut Jost, eines überaus agilen, unermüdlichen, unverdrossenen, selbstlosen und hilfsbereiten Mannes. Bei diesen Arbeiten auf dem Zollner war sogar ein Todesopfer zu beklagen. Kamerad Richard Meschnig starb an Herzversagen und konnte nur mehr tot ins Tal gebracht werden. So steht sein Name neben den 120 Toten, die im Raum „Zollner“ ihr Leben für Gott, Kaiser und Vaterland hingaben. Dem Einsatz so vieler zahlreicher Helfer ist es zu danken, dass die Kosten des Baues in Grenzen gehalten werden konnten. Großen Schaden verursachte ein Blitzschlag Anfang Juni 1987, der die Dachkonstruktion zerstörte. Die anfallenden Kosten waren hoch und durch keine Versicherung gedeckt.
Eine über 70 kg schwere erzene Glocke wurde von Freundeskreis Viertler-Komposch gestiftet. Sie erklang zum erstenmal bei der Weihe der Kapelle am 20. September 1987.

Aus „Die Chronik erzählt: „Die Gemeinde Dellach in den Kriegsjahren 1914-1918“
Zusammengetragen von VD Johann Wassermann

Der Verfasser führt weiter an, dass die Kapelle im Rahmen eines „Friedenfestes“ mit der Beteiligung von über 2.300 Teilnehmern aus Italien, Österreich, Deutschland, Holland und sogar aus den USA durch die katholische und evangelische Geistlichkeit kirchlich eingeweiht wurde. Worte des Friedens und der Versöhnung klangen über die Stellungen der Krieger aus dem Ersten Weltkrieg. Die Glocke erklang zum erstenmal und ihre Botschaft drang in die Herzen aller Menschen, die dieser Feier beiwohnten: „Allen Menschen zum Frieden, den Opfern aus Unverstand und Hass für alle Zeit zur Ehre und den Wanderern an der Kapelle innehaltend, zum Bedenken!“

Beschreibung

Die Friedenskapelle am Zollner wurde in Gedenken an die Frontlinie des I. Weltkrieges errichtet und soll an die grausamen Geschehnisse dieser Zeit erinnern.

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