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Kapelle evangelischer Friedhof

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Beschreibung

Der mit einer Mauer umgebene Friedhof liegt am östlichen Ortsrand von Agoritschach. Die in die südliche Friedhofsmauer integrierte Kapelle mit zwei seitlichen Säulen und Dreiecksgiebel birgt etliche Grabsteine und auch eine Gedenktafel an den Wohltäter Johann Wohlgemuth (* 16.1.1814 - † 28.4.1893). Die Familie Wohlgemuth war in Triest zu Hause und wohlhabend. Johann Wohlgemuth war 1836 als Vorsteher und Vorleser in Agoritschach tätig. Johann und seine Schwester Margarethe, verheiratete Ehrenberg, Geschäftsfrau in Triest (* 11.2.1819 - † 2.5.1903), spendeten der Agoritschacher Gemeinde sehr viel (Kirchturm von 1899, Glocke mit dem Namen Margarethe, Schule, Friedhof). Da Johann nicht verheiratet war und keine Kinder hatte, überschrieb er die in seinem Besitz befindliche Tschikofhube in Agoritschach 4 an Anna Rachoi, verehelichte Fertala (* 26.7.1863 - † 18.5.1933).

Legende, Geschichte, Sage

Am 1. November, also gerade einmal etwas mehr als zwei Wochen nach Erlass des Toleranzpatentes am 13. Oktober 1781 durch Kaiser Joseph II., haben die ersten Arnoldsteiner ihr Bekenntnis zum protestantischen Glauben öffentlich gemacht. Für sie war anfangs der deutschsprachige Pastor in Bleiberg, der dort seit 1783 amtierte, zuständig. Für ihn war die Filiale in Agoritschach sowohl sprachlich als auch geografisch, aufgrund der großen Entfernung nach Bleiberg, äußerst herausfordernd. 1785 wurde für die evangelische Kirchengemeinde in Agoritschach ein Bethaus errichtet und dieses in den Folgejahren ausgestaltet.
Die geistliche Obrigkeit versprach der Filialgemeinde, sich für deren Wunsch, „einen eigenen Friedhofs- und Beerdigungsplatz zu erhalten, weil es ihnen zu beschwerlich falle, ihre Toten vom Berge herab nach Arnoldstein zu fahren“, einzusetzen.
Dreißig Jahre später nahm man in Agoritschach den ersten Schulunterricht auf. 1837 erhielt der Ort ein eigenes Schulhaus, und knapp vor Ende des 19. Jhs., am 28. September 1899, folgte schließlich die Turm- und Glockenweihe des Gotteshauses. Die Kirche besitzt heute zwei Glocken. Eine Glocke spendete Margarethe Wohlgemuth, verheiratete Ehrenberg, und die zweite Glocke stiftete Erhard Fertala, der die Glocke seiner Mutter Elisabeth gewidmet hat.

Gemeinde

Arnoldstein

Denkmalschutznummer

64796

Standort

Die Kapelle befindet sich an der südlichen Friedhofsmauer.
Agoritschach
9601 Arnoldstein