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Zehentkasten Weigandhof

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2009

Zehentkasten 1

Zehentkasten Weigandhof - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2009

Zehentkasten 2

Zehentkasten Weigandhof - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2009

Zehentkasten 3

Zehentkasten Weigandhof - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2009

Zehentkasten 4

Zehentkasten Weigandhof - Bild 4
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Beschreibung

Der gotische Getreidespeicher steht im Hofensemble der Familie Olschnögger auf einem Südhang an der nördlichen Hofseite. Der Zehentkasten liegt in starker Hanglage und ist ein talseitig zweieinhalbgeschoßiger, hangseitig eineinhalbgeschoßiger, mit einem Krüppelwalmdach gedeckter Speicherbau über einem rechteckigen Nordwest-Südost ausgerichteten Grundriss.
Der Speicher besteht aus einem Keller mit extrigem seitlichen Eingang, dem Erdgeschoß, das hangseitig unter dem Terrain liegt und eine schöne gewölbte Decke besitzt, dem Obergeschoß, zugänglich über eine Freitreppe mit Balkon an der Westseite und einem Dachgeschoß, zugänglich über eine Freitreppe an der Nordseite des Gebäudes.
Das Haus besteht aus einem Steinmauerwerk in einer Stärke von 90 cm. Der Kellerraum ist spitzbogengewölbt.

Die nördliche Traufseite hat im Obergeschoß drei symetrisch angeordnete, annähernd quadratische Fensteröffnungen, wobei die mittlere zugemauert wurde. Die Fassade des aus Bruchstein gemauerten Getreidekastens weist zum Teil noch Putze aus dem 16. Jh. auf, an der Nordost- und Südostfassade sind noch Reste eines gemalten, vermutlich aus dem 16. Jh. stammenden Dekors (Eckquaderung, ein Friesband "laufender Hund" im Traufbereich der Nordostfassade und als geschoßtrennendes Gesimsband an der südöstlichen Giebelseite sowie eine Fensterrahmung) erkennbar.

Drei schlüssellochartige Schießscharten, zwei an der Nordwestfassade und eine an der Südwestfassade stellen besonders erwähnenswerte spätgotische Baudetails dar.

Das Innere des Zehentkastens ist von besonderer baugeschichtlicher Bedeutung, da sich im Erdgeschoß eine sehr repräsentative, spätgotische Pfeilerhalle nahezu unverändert erhalten hat. Vier Joche mit kreuzgratgewölbten Sitztonnen bestimmen die Grundrissstruktur des so bemerkenswerten "Einstützenraumes" mit einem gedrungenen Mittelpfeiler.

Der norwestlich quer zur Firstachse liegende Obergeschoßraum ist mit einer Spitztonne mit Stichkappen überwölbt.

In den 50-er Jahren des 20. Jhs. wurde der Dachstuhl erneuert und das Dach mit Betondachsteinen gedeckt.

Im Jahr 2006 erhielt der Zehentkasten, der heute als Wirtschaftsgebäude dient, ein neues Dach. Dieses wurde mit Lärchenholzschindeln gedeckt.

Der Getreidespeicher steht unter Denkmalschutz.

Öffentlich zugänglich.

Legende, Geschichte, Sage

Archivalische Quellen belegen die Funktion des gegenständlichen Objektes als herrschaftlichen Zehentkasten. In einer 1535 aufgesetzten Urkunde, betreffend einen Gütertausch, wird ein gewisser Leonhard Pirker "Zechner am Sutsch" genannt. Im heutigen Sutsch (früher Gruska) befand sich im Mittelalter ein gutherrschaftliches Zentrum des Gurker Domkapitels zur Lagerung der grundherrschaftlichen Abgaben. Auch im Franziszeischen Kataster von 1828 scheint bei dem als Wirtschaftsgebäude bezeichneten Objekt als Grundherrschaft Gurk auf.

Gemeinde

Gurk

Standort

Der Zehenthof steht inmitten des Gehöftes vulgo Weigand in Sutsch
Sutsch 7
9342 Gurk

Eigentümer / Betreuer

Fam. Hubert Olschnögger vulgo Weigandhof

Dazu im Lexikon