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Wildensteiner Wasserfall

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2018

Wildensteiner Wasserfall 1

Wildensteiner Wasserfall - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2018

Wildensteiner Wasserfall 2

Wildensteiner Wasserfall - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2018

Wildensteiner Wasserfall 3

Wildensteiner Wasserfall - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2018

Wildensteiner Wasserfall 4

Wildensteiner Wasserfall - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2018

Wildensteiner Wasserfall 5

Wildensteiner Wasserfall - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2018

Wildensteiner Wasserfall 6

Wildensteiner Wasserfall - Bild 6

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2018

Wildensteiner Wasserfall 7

Wildensteiner Wasserfall - Bild 7
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Beschreibung

Der Wildensteiner Wasserfall bricht am Nordhang des Hochobirs unterhalb des Gipfels aus der senkrechten Felswand hervor und sein Wasser stürzt über 54 m in die Tiefe. Er wird vom Wildensteiner Bach gebildet, der nach der Schneeschmelze besonders viel Wasser führt, wodurch das Naturschauspiel im Frühling noch beeindruckender wirkt. Der Wildensteiner Wasserfall gilt als einer der höchsten, frei fallenden Wasserfälle Europas.
Nach dem Wasserfall fließt der Wildensteiner Bach noch etwa 300 Meter bis zu einer Staumauer, wo sein Wasser gesammelt und in 500 Meter langen Druckrohren zu einem Kraftwerk geleitet wird.
Der Wildensteiner Bach mündet schließlich unweit der Vellach in die Drau. Die beidseitig der Schlucht des Wildensteiner Baches begrenzenden Berggipfel sind im Osten der Altberg und im Westen der Kleinobir.

Legende, Geschichte, Sage

Seinen Namen verdankt der Wildensteiner Wasserfall der einst oberhalb des Felsabsturzes gelegenen Burg Wildenstein. Der Überlieferung zufolge, fiel die um 1100 errichtete Burg des Adelsgeschlechtes der Wildensteiner dem gewaltigen Erdbeben des Jahres 1348 zum Opfer. Heute sind von der Burg nur mehr Teile des Berings, ein Turmbau und ein Stück des Palas erkennbar.
Heute trägt ein Ortsteil der Katastralgemeinde Gallizien den Namen Wildenstein.

Sage: Die verwunschene Jungfrau von Wildenstein

An einem Sommertag mähten mehrere Männer auf einer Waldwiese bei der Ruine Wildenstein; sie waren schon seit dem Morgengrauen an der Arbeit und verspürten starken Hunger, denn es ging bereits auf Mittag zu, als ihnen die Dienstmagd des Bauern endlich eine Schüssel mit Essen brachte und diese innerhalb des Zaunes, der die Wiese umgab, zu Boden stellte. Dann rief sie die Männer herbei. Während der kurzen Zeit, da die Magd den Blick von der Schüssel abwandte, kroch eine große Schlange mit einer Krone auf dem Haupt unbemerkt zu dem Gefäß. Kurz darauf erblicke die Magd zu ihrem Entsetzen das grauenerweckende Tier. Sie besaß jedoch nicht soviel Mut, heranzutreten und es zu verteiben. Mittlerweile näherten sich die Mähder, welche die fahrlässige Magd sicher gescholten haben würden, wenn sie die Schlange auf ihrer Kost erblickt hätten. Die Angst der Magd stieg mit jedem Augenblicke; aber als hätte das Tier aus den Augen des Weibes gelesen, erhob es sich, bevor der erste Mann zur Stelle kam, und kroch in den Wald zurück. Die Männer ließen sich auf der Erde nieder und die Magd setzte ihnen, ohne den Vorfall zu erwähnen, das Mittagsmahl vor. Sie konnte ein geheimes Bangen nicht unterdrücken, daß alle an der von der Schlange vergifteten Speise umkommen würden, aber gerade das Gegenteil trat ein: die Männer lobten einmütig den vortrefflichen Geschmack des Essens.

Erst als im nächsten Jahre bei gleicher Gelegenheit die Leute sich ihr gegenüber beklagten, daß ihnen das Essen nicht so mundete wie damals, verriet sie ihnen, was an jenem Tage geschehen war. Darüber entspann sich ein lebhaftes Gespräch; es könne keine gewöhnliche Schlange gewesen sein, die so zutraulich zu Menschen den kam; sie müsse diesen freundlich gesinnt sein, sonst wären wohl alle, die von jener Speise genossen, längst gestorben. Endlich ging man wieder an die Arbeit.

Seit jener Zeit ließ sich die Schlange mehrere Jahre nicht mehr sehen, bis ein merkwürdiger Zufall wieder Kunde von ihr brachte. An einem Sommertage weidete nämlich ein Hirtenknabe in der Nähe der Ruine Wildenstein die Rinder seines Vaters. Da erschien ihm plötzlich eine schöne Jungfrau, die auf ihn zuschritt, ihn mit traurigen Augen anblickte und sprach: „Wenn du befolgst, was ich dir aufgebe, so kannst du mich erlösen und alle Schätze heben, die jetzt ungenutzt liegen. Ich bin eine verwunschene Jungfrau!“ Der Knabe fragte sie, was für eine Aufgabe er zu lösen habe, worauf sie erwiderte: „Das erste Geschöpf, das dir auf dem Heimwege begegnet, sollst du aufheben und küssen. Dann bin ich endlich erlöst.“ Damit war sie plötzlich verschwunden. Als er am Abend die Kühe heimtrieb, war das erste Geschöpf, das er am Wege traf, jene Schlange, die vor Jahren der Magd erschienen war und sich in die Speiseschüssel geschlichen hatte. Vor Schreck wich der Knabe bei ihrem Anblicke zurück und getraute sich nicht, den Auftrag der Jungfrau auszuführen. Jetzt stand wieder die Jungfrau vor ihm und sagte: „Weil du mir nicht gefolgt hast, muß ich noch so lange auf meine Erlösung warten, bis zu Wildenstein eine Fichte mit drei Wipfeln erwachsen ist. Aus den Brettern ihres Stammes wird dereinst eine Wiege gezimmert, in welcher mein Erlöser schlummern soll.“

Quelle: Georg Graber, Sagen aus Kärnten, Graz 1941.

Gemeinde

Gallizien

Standort

Der Wasserfall befindet sich südlich der Ortschaft Gallizien am nördlichen Fuß des Hochobirs. Der Wasserfall ist über die Landesstraße Eisenkappel—St. Margareten zu erreichen, indem man in der Ortschaft Wildenstein beim Gasthof Zenker nach Süden abbiegt und durch den Wald nach etwa 1 km zu einem geschotterten Parkplatz, direkt neben dem Gasthaus „Zum Wasserfall“ kommt. Von hier führt ein Wanderweg zum Wasserfall.
Wildenstein
9132 Gallizien