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Wallfahrtskapelle hl. Anna

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Wallfahrtskapelle hl. Anna 1

Wallfahrtskapelle hl. Anna - Bild 1

Foto: m 2015

Wallfahrtskapelle hl. Anna 2

Wallfahrtskapelle hl. Anna - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Wallfahrtskapelle hl. Anna, Statue hl. Anna

Wallfahrtskapelle hl. Anna - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Wallfahrtskapelle hl. Anna, Kapelle innen

Wallfahrtskapelle hl. Anna - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Wallfahrtskapelle hl. Anna, Kapelle innen 2

Wallfahrtskapelle hl. Anna - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Wallfahrtskapelle hl. Anna, Pietà

Wallfahrtskapelle hl. Anna - Bild 6

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Wallfahrtskapelle hl. Anna, Vorhalle

Wallfahrtskapelle hl. Anna - Bild 7
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Beschreibung

Bei der Wallfahrtskapelle handelt es sich um einen kleinen Bau mit rundem Chor und nördlichem Sakristeiturm (um 1900) und einer hölzernen Vorlaube. Das Schiff ist flachgedeckt. Der barocke Tabernakelaltar mit Schnitzfiguren stammt aus dem 3. V. d. 18. Jhs. (hll. Domitian und Katharina von Siena). Dieser wurde 1859 von Julius Silbernagel aus seiner Hauskapelle im Painerhof gespendet. Weiters befinden sich in der Kapelle Konsolfiguren Herz-Jesu und Maria (um 1900) und ein Votivbild von 1833 (derzeit in privater Verwahrung).

Legende, Geschichte, Sage

Das erste Kreuz an der Stelle der heutigen Kapelle wurde aufgrund eines Traumes errichtet. Es folgte eine kleine Kapelle, die der damalige Dechant als religiöses Blendwerk bezeichnete und die abgerissen werden sollte. Wundertätige Heilungen und reichliche Spenden führten schließlich zur Erbauung des heutigen Kirchleins. Alljährlich am Gedenktag der hl. Anna (26. Juli) versammeln sich viele Wallfahrer vor der Kapelle, um hier einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern.
Der Altar, der als ein Holzbrett in der Kirchenvorhalle, der sogenannten Lopca, aufgestellt wird, ist der zentrale Ort, von wo sich der Pfarrer an die versammelten Menschen wendet, die vor ihm stehen bzw. gegenüber am Hang auf kleinen Holzbänken Platz nehmen. Nach der heiligen Messe suchen die Gläubigen das Innere der Wallfahrtskapelle auf, um dort vor der Statue der hl. Anna eine Fürbitte zu sprechen. Schon viele Jahre sorgen Franz Poganitsch vgl. Lazar aus Dörfl und seine Frau Christine für die Reinigung und den ansprechenden Blumenschmuck zum jährlichen Kirchtag, den sie im Rucksack auf den Berg tragen. Aber auch das Mähen und Instandhalten der die Kirche umgebenden Lichtung, die sich übrigens im Besitz der Hollenburgischen Verwaltung befindet, ist Jahr für Jahr eine wichtige Aufgabe. Viele Jahre wurde dies von Andreas Widman vgl. Repičjak und Stani Kuess aus Laak besorgt. Seit 2013 haben diese wertvolle Aufgabe die jungen Burschen aus Hintergupf, Thomas und Martin Varch, mit ihren St. Margaretener Freunden übernommen.

In der Kirchengeschichte des unteren Rosentales von Stephan Singer ist über die Annakapelle folgendes zu lesen:
Westlich von Waidisch, ober dem Bauern Ferjančič, befindet sich ein kleiner, tiefer Bergsee. Schon vor 200 Jahren ging in der Bevölkerung die Sage, dass hier vor langer Zeit eine Kirche gestanden hatte, die wegen der grässlichen Sünden der dort Versammelten versunken und an deren Stelle der See entstanden sei. Einst wird es geschehen, dass die Glocken dieser Kirche auf die Oberfläche des Wassers kommen werden. Zu gleicher Zeit, als dieses sich ereignet, wird beim Bauern Ogris auf der Raut eine Kuh schwarze, männliche Zwillingskälber zur Welt bringen; diese nun, großgezogen, zu Ochsen erwachsen, werden jene Glocken auf den Matzenberg führen und es wird dort eine Kirche gebaut werden.
Diese Sage machte Eindruck auf den Bauern Hanžič, dem es im Jahr 1805 träumte, er solle auf dem Matzenberg ein Kreuz aufrichten. Er gehorchte diesem Winke und legte so den Grund zu diesem Wallfahrtsorte. Das vom Bauern Hanžič aufgestellte Kreuz ward bald bekannt. Unverzüglich verlobte eine Bäuerin aus Zell ihren Sohn, der mit seiner kranken Hand nicht arbeiten konnte, zum Kreuz am Matzenberg. Die Hand wurde geheilt, man sprach in Zell vom Wunder. Darauf führte ein Elternpaar aus Bleiburg seine kranke Tochter mit dem Wagen bis zum Bauern Ogris, von dort trugen sie dieselbe auf den Armen zum Kreuz am Matzenberge und zurück auf gleiche Weise. Nach einiger Zeit kam sie schon selbst, vom Dankgefühl getrieben, gesund an den Gnadenort. Das Gerede über Gebetserhörungen am Matzenberge verbreitete sich schnell nicht nur in der Umgebung, sondern auch in der Ferne; von Ober- und Unterkärnten kamen Wallfahrer auf den Matzenberg. Der damals herrschende josefinische Zeitgeist verbot die alten Wallfahrtsorte, um so weniger ließ er neue aufkommen. Deshalb wollte der Werbebezirk Hollenburg dem "Unfug am Matzenberge" eine Ende machen. Der Bauer Hanžič bekam von Hollenburg den strengen Befehl, das Kreuz vom Berge ungesäumt wegzuschaffen. Der Bauer und sein Sohn zogen nun das Kreuz herab zu ihrem Hause und versicherten laut, noch nie eine solche Last gefühlt und getragen zu haben. Doch Hollenburg konnte seinen Untertanen befehlen, nicht aber den Besuchern aus entfernten Gegenden Einhalt tun. Die Wallfahrer kamen, und da sie kein Kreuz vorfanden, hängten sie ihre wächsernen Opferfiguren an die Lärchenbäume. Diese Anhänglichkeit der Fremden bewog einige Gebirgsbewohner aus der Ortschaft "Hinter dem Gupf", Javrham, in einiger Entfernung vom früheren Standort, aber auf ihrem Grunde, ein anderes Kreuz aufzustellen. Dieses musste freilich Rivalität beim Hanžič erwecken. Und so träumte ihm abermals, er solle ein neues Kreuz an Stelle des entfernten aufstellen und sich eventuell den gerichtlichen Strafen aussetzen. Ein neues Kreuz wurde also von ihm neuerlich aufgestellt. Der Gnadenort fand einen neuen Gönner an dem Ferlacher Bürger Franz Xaver Schaschel. Er ließ ein Bildnis der Schmerzhaften Muttergottes malen und es dort zur Verehrung ausstellen. Opfergeld floss immer reichlicher, aus der Summe wurde eine hölzerne Kapelle errichtet und Kreuzwegtafeln wurden angebracht, die gegen Sonne und Regen mit Dach und Schuber versehen waren. Sobald gegen Pfingsten der Schnee von diesem Berge wegschmolz und die Zugänge leidlich trocken waren, fing das Pilgern zu diesem Ort an. Größtenteils geschah dies an den abgebrachten Feiertagen, wie Johannes der Täufer, Jakob und Anna, Lorenz, Bartholomäus und dem Michaelstag. Der Zudrang wurde immer stärker. In den Jahren 1808 bis 1810 war die Menge der Pilger zu bedeutenden Prozessionen angewachsen. Aus allen benachbarten Gegenden fanden sich Menschen ein. In den Jahren 1809 und 1810 kamen die meisten aus der Umgebung von Klagenfurt, die alle Sommer der Mesner der Hl.-Geist-Kirche in Prozession anführte und ihnen predigte, auch sehr viele aus Ober- und Unterrosental, ferner aus Neumarktl und der umliegenden Gegend. Aus Krain wohl deshalb, weil in einem Orte die Viehseuche sehr überhand genommen hatte, so dass fast alles Hornvieh eingegangen war. Die Bewohner verlobten sich auf den Matzenberg, von dem sie wohl durch die alljährlich nach Glainach pilgernden Wallfahrer erfahren haben mochten, und die verheerende Seuche hörte auf. Ein Beweis von der heilenden Wunderkraft dieses Ortes sind die Ex-voto-Tafeln, von welchen die hölzerne Kapelle strotzte, sowie die verschiedenen geopferten Wachsfiguren, die Wunder oder Gebetserhöhrungen bedeuten sollten, die von auswärtigen und fremden Gegenden hierher zum Opfer gebracht wurden. Auch Geldopfer wurden dargebracht, die, in Ferlach als Kapital hinterlegt, zum Bau einer gemauerten Kapelle dienen sollten.
Die Geistlichkeit der Umgebung hatte an der Entwicklung, Begünstigung oder Förderung des neues Wallfahrtsortes keinen Anteil genommen. Der zuständige Pfarrer von Glainach Matthias Singer wollte vom Matzenberg nichts hören. Erzählte man ihm von dem großen Rufe dieses Berges, so sagte er:" Das Ding wird wieder zugrunde gehen und von sich selbst wieder aufhören", obwohl er sich dadurch den Unwillen vieler zuzog. Anders benahm sich der Dechant von Kappel Anton Josef Mitsch. Er wurde am 16. Jänner 1754 in St. Peter bei Klagenfurt geboren und starb als Propst von Gurnitz am 16. März 1848. In Kappel war er Dechant und Pfarrer von 1790 bis 1823. Er war Josefiner und Kantianer, veröffentlichte eine Abhandlung über die Unsterblichkeit der Seele nach philosophischen Ansichten, ferner "Aphorismen" und eine Broschüre gegen die Wallfahrten. Der Kreishauptmann Franz von Fradeneck verdächtigte ihn in seinem Berichte an die Polizeihofstelle der Franzosenfreundlichkeit und qualifizierte ihn als "einen unterrichteten Mann und für einen Landpriester von feinerer Bildung." Dieser Dechant war ein ausgesprochener Gegner des Wallfahrtsortes am Matzenberg. In seinem Berichte an das hochw. f.-b. Ordinariat von Jahre 1812 nennt er diesen Wallfahrtsort ein "albernes Religionsblendwerk, das vollends zerstört werden soll", und beantragt gründliche Remedur durch die politische Behörde und das Landgericht Hollenburg. Heutzutage urteilt man über diese Dinge anders als in der Zeit des freisinnigen Josefinismus. Welche Hindernisse hatte doch Lourdes zu überwinden. Der liebe Herrgott hat seine eigenen Wege. So kam es, dass der Wallfahrtsort trotz des beabsichtigten Todesstoßes dennoch immer besser besucht wurde, das Opfer immer reicher floss, so dass im Jahre 1854 eine gemauerte Kapelle gebaut werden konnte und derselben von seiten des hochw. f.-b. Ordinariates die Messlizenz erteilt wurde. Die Kapelle hat eine hölzerne Vorlaube, ein flach gedecktes Schiff (5 x 7 Meter), das im Halbkreis abschließt, an der Nordseite wurde um 1900 ein gemauerter Turm dem Schiffe angebaut. Der im Jahre 1918 verstorbene vulgo Medvedi wollte der Kirche bei seinen Lebzeiten 2 Joch Grund anweisen, doch versäumte man die grundbücherliche Umschreibung. Die Kapelle ist also ohne Grundbesitz. Auf dem Altar steht ein Holztabernakel aus der Baron Silbernagelschen Kapelle, ober demselben die Pietà und rückwärts das Bild der hl. Anna, welcher der Altar geweiht ist.

Gemeinde

St. Margareten im Rosental

Standort

Die Kapelle steht in 1.543 m Seehöhe auf dem Matzenberg.
Matzen
9173 St. Margareten im Rosental

Entstehungszeit

1854

Eigentümer / Betreuer

Hollenburgische Verwaltung/Pfarre Glainach