Login



Seiler Kreuz

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2007

Seiler Kreuz 1, vor der Renovierung

Seiler Kreuz - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Seiler Kreuz 2

Seiler Kreuz - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Seiler Kreuz, hl. Johannes

Seiler Kreuz - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Seiler Kreuz, hl. Magdalena

Seiler Kreuz - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Seiler Kreuz, hl. Sebastian

Seiler Kreuz - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Seiler Kreuz, Muttergottes mit Kind

Seiler Kreuz - Bild 6
Thumb 1 Thumb 2 Thumb 3 Thumb 4 Thumb 5 Thumb 6

Beschreibung

Beim Seiler Kreuz handelt es sich um einen Nischenbildstock an der Osteinfahrt von Weitensfeld rechts an der Straße. Er wurde als Ersatz für einen im Zuge von Straßenbaumaßnahmen abgetragenen Breitpfeilerstock errichtet, der sich ursprünglich auf der gegenüberliegenden Seite, also links der Straße befand. Das Seiler Kreuz wurde zuletzt 2010 von der Landesstraßenverwaltung/Straßemeisterei Friesach renoviert und mit einem neuen Schindeldach ausgestattet. Den oberen Abschluss bildet ein Kugelknauf.

Öffentlich zugänglich.

Legende, Geschichte, Sage

Das Mädchen vom Seilerkreuz

Es war vor Ostern. Ostern, das Fest der Freude und der Auferstehung. In diesem Jahre herrschte aber keine Festesfreude in den Herzen der Weitensfelder, sondern tiefe Trauer und Niedergeschlagenheit. Die Pest wütete im Orte. Schon gab es beinahe in jedem Haus einen Toten, und niemand wusste Rat, was dagegen zu tun sei. In ihrer Verzweiflung wandten sich die Bewohner von Weitensfeld an eine Hexe — es war aber nur ein Kräuterweiblein, das im Walde in der Hochackerer Keusche wohnte. Als das Weiblein von den vielen Toten hörte, meinte es, nur ein Menschenopfer könne der Seuche ein Ende bereiten. Und zwar sollte man denjenigen lebendig begraben, der am kommenden Sonntag als erster nach dem Gottesdienste die Kirche verlasse. Da die Pest immer mehr wütete, entschlossen sich die Weitensfelder, das Vorhaben durchzuführen, bevor der ganze Ort zugrunde gehe. Der nächste Sonntag kam. Es war der Ostersonntag. Feierliches Glockengeläute rief die Bewohner zur Kirche. Alle beteten inbrünstig, dass die fürchterliche Krankheit bald wieder den Ort verlasse. Kurz bevor die Messe zu Ende war, eilte ein Mädchen, das schnell zu seiner schwerkranken Mutter nach Hause wollte, aus der Kirche. Vor der Kirche entstand heftiger Lärm. Drei vor der Kirche wartende handfeste Burschen packten das Mädchen. Es sollte sein Leben für das der Gemeinde geben. Auf sein Angstgeschrei hin eilte der Pfarrer herbei, um die wildgewordenen Menschen zu beruhigen und von ihrem grausamen Vorhaben abzubringen. Aber die Männer kannten kein Mitleid. Schon ward auf einem Hügel ein Grab ausgehoben und dorthin zerrte man das arme Mädchen, das vor Todesangst entsetzlich schrie. Die herzlosen Menschen warfen es in die Grube, schaufelten Erde drüber, bis das letzte Röcheln verstummte. Eine unheimliche Stille trat ein. Finstere Wolken zogen sich über dem Zammelsberg zusammen und verfinsterten die schon warm scheinende Frühlingssonne. Ein schrecklicher Sturm begann zu toben und gewaltige Regengüsse setzten ein. Fast schien es, als ob die Welt unterginge. Die Menschen mussten sich schnell in Sicherheit bringen. Manch einer ertrank in den reißenden Fluten der Gurk. So mussten die Verblendeten den Rat des Kräuterweibleins büßen.

Zur Erinnerung an diese schreckliche Begebenheit errichteten spätere Geschlechter an der Stelle, wo das Mädchen begraben wurde, am Ortseingang von Weitensfeld, ein schlichtes steinernes Kreuz. Man nennt es heute „Seilerkreuz". Das Mädchen ist schon vielen Weitensfeldern erschienen, aber immer beim Seilerkreuz und nie beim Marktbrunnen, wohin einige Weitensfelder die Begräbnisstelle verlegen wollten. Wenn man um Mitternacht beim Kreuze vorbeigeht, kann man oftmals ein Wimmern und Jammern hören. Viele sahen das Mädchen: Im Jahre 1914 ging ein Weitensfelder mit einem schweren Rucksack von Zweinitz nach Weitensfeld. Es war fast Mitternacht, als er dort, wo der Weg zum Leitner führt, rastete. Auf einmal stand ein weiß gekleidetes Mädchen vor ihm. Unheimlich schön war die Erscheinung, denn es war eine mondhelle Nacht. Das Mädchen fragte: „Wia weit is es noch af Weitensfeld?" Und selbst antwortete es: „A schwäche Viertelstund." Der Weitensfelder sagte: „Wärt, i geh ah mit!" Da war das Mädchen wieder verschwunden. Beim Seilerkreuz hörte er dann ein klägliches Jammern. Ein andermal: „Ich war sieben Jahre alt. Ich ging am Nachmittag zum Seilerkreuz hinaus. Da stand auf einmal ein schönes weißes Fräulein vor mir. Ich schrie auf: ,Eine Königin!' Ich lief schnell meinen Bruder holen. Aber das Fräulein war verschwunden ..." Zwei Weitensfelder Frauen gingen zum Schar hinaus spazieren. Es war gegen Abend. Da kann plötzlich hinter dem Kreuze eine verschleierte Frau hervor. Diese überquerte die Straße und verschwand, als sie die Bahn überschritt. Es konnte auch der Tod, der beim Kreuze mähte, gesehen werden.

Motive / Inschriften

Die vier Nischen zeigen:

Im Osten: hl. Magdalena
Im Süden: Muttergottes mit Kind
Im Westen: hl. Sebastian
Im Norden: hl. Evangelist Johannes

Gemeinde

Weitensfeld im Gurktal

Standort

Der Bildstock steht an der östlichen Ortseinfahrt von Weitensfeld
Gurktal Bundesstraße
9344 Weitensfeld

Eigentümer / Betreuer

Landesstraßenverwaltung

Dazu im Lexikon