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Römersteine Filialkirche hl. Magdalena

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena 1

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena 2

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena 3

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena 4

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena 5

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena 6

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena - Bild 6

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Filialkirche hl. Magdalena

Römersteine Filialkirche hl. Magdalena - Bild 7
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Beschreibung

In der hölzernen Vorhalle der Filialkirche hl. Magdalena bei Drauhofen befinden sich zwei Decksteine (loricae) der Umfassungsmauer eines römischen Grabbezirkes mit stark verwitterten Reliefresten (Doppelaxt, Lanze und Amazonenschild) von der vorangehenden Verwendung als Pfeiler. An der Südseite der romanischen Kirche liegt ein weiterer Marmorstein in der Wiese, ursprünglich angeblich mit einem inzwischen verwitterten oder auch abgeschliffenen Relief einer wehrhaften Göttin ausgestattet.

Legende, Geschichte, Sage

An der einstigen Römerstraße durch das untere Mölltal gab es zweifellos zahlreiche Gräber im Bereich des Straßenverlaufes. Steine einer solchen Grabstätte finden sich heute nicht nur vor, sondern auch in der Magdalenenkirche in Zweitverwendung.
Südöstlich von Metnitz vereinigte sich die aus dem Mölltal kommende Römerstraße mit jener aus dem Drautal, von wo diese geradewegs Richtung Südosten nach Teurnia weiterführte.

Sage:

Die Blutmulden


Unfern dem Dorfe Möllbrücke, nahe der Stelle, wo die Eisenbahn die Moll überquert, erhebt sich inmitten des Lurnfeldes eine der heiligen Magdalena geweihte Kapelle, umschattet von drei mächtigen Linden, welche ihr Laubdach wie schützend über sie ausstrecken. Eine kurze Strecke von der Kapelle entfernt bemerkt man drei größere Vertiefungen, die sich sanft verflachen und die das Volk die „Blutmuldern" nennt. Hier nun soll es gewesen sein, wo durch die christlichen Franken die Macht der Slawen in einer furchtbaren Schlacht gebrochen und der Götzenaltar, um den diese hilfesuchend sich geschart hatten, zerstört wurde. Da erging aus dem Munde des sterbenden Heidenpriesters der Rachefluch: hier werde, wenn die Linden aus dem geweihten Boden sich zum drittenmal erneuert hatten, das hart bedrückte und gedemütigte Slawenvolk gegen seinen Herrn sich erheben, die dort verborgenen Keulen hervorsuchen, und jene Blutmuldern würden sich mit Leichen und Blut füllen, diesmal mit Germanenblut. In der Vertilgungsschlacht werde das Weib eines in der Nähe seßhaften Bauers mit Namen Partusch den feindlichen Anführer, der allein noch die Niederlage der Seinen überleben soll, mit einer Ofenkrücke erschlagen.
Als Zeichen der Sühnung und als Denkmal für kommende Jahrhunderte erbaute man an dem Platze des einstigen Götzendienstes die Magdalenenkapelle, und nur die Linden blieben aus der heidnischen Vorzeit. Die Volkssage verlor in der Folge zwar ihre Bedeutung, nachdem Deutsche und Slawen im schönen Drautale friedlich nebeneinander wohnten; aber desungeachtet wurzelte das Andenken daran so tief im Volke, daß die aufrührerischen Bauern von Millstatt im Jahre 1735 nach ihrem eigenen Geständnisse nahe daran waren, die am Lurnfelde bei der Magdalenenkapclle verborgenen Keulen auszugraben und damit ihre Herren zu erschlagen. Neuerdings aufgetaucht ist Sage und Glaube auch im verhängnisvollen Jahre 1848.


Quelle: Georg Graber, Sagen aus Kärnten, Graz 1941.

In dem Buch des österreichischen Ur- und Frühgeschichtlers Paul Gleirscher "Karantanien. Slawisches Fürstentum und bairische Grafschaft", erschienen 2019, finden sich historische Hintergründe zur oben erwähnten Sagen von den Blutmulde.
Gleirscher schreibt: Von 752 bis 768 regierte in Karantanien Fürst Cheitmar. Dieser verbrachte seine Jugend als Geisel in Baiern und wurde dort im Kloster Herrenchiemsee christlich erzogen. Nach seinem Tod (wohl 768) griff Baiernherzog Tassilo III. (ein Cousin Karls des Großen) in Karantanien ein und schlug die dort eskalierenden Aufstände nieder. und weiter:
Die Sage von den „Blutmulden" im Bereich der Magdalenenkapelle bei Möllbrücke im Lurnfeld dürfte einen historischen Kern haben und ins Frühmittelalter zurückreichen. Sie weiß zu berichten, dass dort jene Schlacht zu verorten ist, in der die christlichen Baiern den heimischen Slawen eine vernichtende Niederlage zugefügt haben. Die überlebenden Slawen hätten sich an dieser Stelle um einen Götzenaltar geschart und ein sterbender Priester soll furchtbare Rache über die siegreichen Baiern herabbeschoren haben. Demnach würde sich das gedehmütigte Volk der Slawen erneut gegen seine bairischen Herren erheben, wenn die in heiliger Erde gepflanzen Linden sich zum dritten Mal erneuert hätten. Man würde dann die in den Mulden verborgenen Waffen hervorholen und die Mulden mit dem Blut der Baiern füllen. Doch sollte die Geschichte einen anderen Verlauf nehmen und anstelle des Götzenaltares bis heute die Magdalenenkapelle zum Gedenken an die Schlacht und als Mahnmal für die kommenden Generationen Bestand haben.

Gemeinde

Lurnfeld

Standort

Die Römersteine befinden sich zu beiden Seiten des Kirchenportals bzw. an der Südseite der Kirche.
Drauhofen
9813 Lurnfeld

Eigentümer / Betreuer

Pfarre Möllbrücke