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Römersteine am Stadttor

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2013

Römersteine am Stadttor 1

Römersteine am Stadttor - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2013

Römersteine am Stadttor 2

Römersteine am Stadttor - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2013

Stadttor, Westansicht

Römersteine am Stadttor - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2013

Stadttor, Ostansicht

Römersteine am Stadttor - Bild 4
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Beschreibung

Beim Stadttor, zwischen der ehemaligen bischöflichen Residenz und der Stadtpfarrkirche von St. Andrä, befinden sich im Torbogen eingemauerte römerzeitliche Inschriftensteine.
Das in der Mitte angebrachte römische Marmorfragment ist etwa 41 X 48 cm groß.

Legende, Geschichte, Sage

Das Lavanttal war bereits in der Römerzeit in verkehrsgeographischer Hinsicht von großer Bedeutung. Zahlreiche Spuren alter Römerstraßen finden sich im ganzen Tal und zeugen von einem regen Handels- und Reiseverkehr in der Vergangenheit. Durch das Gemeindegebiet führten drei Römerstraßen. An diesem Grabstein ist die Romanisierung der heimischen „keltischen“ Bevölkerung durch die Römer, die Noricum seit 15/16 vor Christus besetzten und um 45 n.Chr. zur römische Provinz machten, sehr schön ersichtlich.

Motive / Inschriften

Römische Inschrift am Torbogen, die nur mehr fragmentarisch erhalten ist:
Veponiae [Val]eria Atto m[ar(itus)] fec(it) et sib(i) et Quartillae sorori et T[e]rtino et Ap[ol]lonari nepo [tib(us)] [e]t Optatae.

Text Übersetzungsvorschlag:
"Der Veponia Valeria (?): Atto, der Freigelassene des Marcus hat es für sich und für die Schwester Quartilla und die Neffen Tertinus und Apollinaris und für Optata gemacht."

Veponia und Atto sind heimische keltische Namen.
Ersterer könnte von keltischen „uepo“ kommen, das Stimme, Sprache, aber auch Gesicht bedeutet. Zweiter vom keltischen „atto,atti(o)“ der Förderer oder Vater. Der Gentilname (Sippenname) der Valerier ist römisch, und wurde aus dem lateinischen „valere“ (stark sein) gebildet. Marcus ist römisch und soll sich auf den Kriegsgott Mars beziehen. Auch die Schwester Quartilla (die Vierte), die Neffen Tertinus (der Dritte?) und Apollinaris (nach dem griechischen Sonnengott Apollon) und Optata (die Empfohlene) deren Verwandtschaftsverhältnis nicht bekannt ist, tragen römische Namen.

Gemeinde

St. Andrä im Lavanttal

Standort

Die Römersteine befinden sich auf der Innenseite des Torbogens.
Aussichtsstraße
9433 St. Andrä

Entstehungszeit

vermutlich 2. Jh. n. Chr.