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Prielkreuz

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2020

Prielkreuz 1

Prielkreuz - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2020

Prielkreuz 2

Prielkreuz - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2020

Prielkreuz 3

Prielkreuz - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2020

Prielkreuz, Kruzifix 1

Prielkreuz - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2020

Prielkreuz, Kruzifix 2

Prielkreuz - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2020

Prielkreuz, Kruzifix 3

Prielkreuz - Bild 6

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2020

Prielkreuz, Kruzifix 4

Prielkreuz - Bild 7
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Beschreibung

Das Prielkreuz, früher unter der Bezeichnung "Kreuz am Prüll" bekannt, ist ein mächtiges Holzkreuz mit einem Satteldach und einem großen geschnitzten Herrgott.
Auf Veranlassung von Gabriele Pichler, der Mutter von Norbert Pichler, wurde das Kreuz in den späten 1960-er Jahren, nachdem es bereits umgestürzt war, mit finanzieller Unterstützung der Nachbarn erneuert. Gabriele Pichler trug die Kosten des Herrgottschnitzers Emil Joachimsthaler, welcher das Kruzifix restaurierte. Die Mitglieder der Burschenschaft Unterort übernahmen die Errichtung des Kreuzes.

Legende, Geschichte, Sage

Der Name des Prielkreuzes leitet sich vom dahinter befindlichen Prielwald ab, der im Franziszeischen Kataster noch unter der Bezeichnung "Prüll" eingetragen ist. Hier dürften früher - die Rede ist von der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg bis in die 1950-er Jahre - die von der Pusarnitzer Pfarrkirche ausgehenden Fronleichnamsprozessionen bis zur Magdalenenkirche vorbeigeführt haben.
Hier kamen auch jedes Jahr die Bauern beim Viehtrieb auf die Pusarnitzer Alm vorbei und dürften beim Kreuz vermutlich für den bevorstehenden Sommer um den "Segen von oben" gebetet haben.
Ältere Dorfbewohner wissen auch noch zu erzählen, dass in ihrer Jugendzeit südlich vom Kreuz eine größere dreieckige Fläche des Feldes brach lag und nicht beackert wurde. Das lässt vermuten, dass beim Prielkreuz möglicherweise die Pesttoten von Pusarnitz ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, durften diese ja bekanntlich wegen der Ansteckungsgefahr nicht am Dorffriedhof beerdigt werden. Obwohl die Pest auch in Pusarnitz ebenso wie in den Nachbarorten zahlreiche Todesopfer gefordert hat, ist aber erstaunlicherweise kein Pestkreuz im Ort bekannt. Zahlreiche Pesttote sollen auf einem Flurstreifen unweit von Göriach beerdigt worden sein, der den Namen "die Freithöfer" trägt, mehr ist zu den Bestattungsorten der Pestopfer aber nicht bekannt.

Folgende Sage ist aus der Pestzeit in Pusarnitz überliefert:

Das Opfer

In Pusarnitz, am nördlichen Rande des Lurnfeldes, zeigt man auf dem alten Friedhofe gleich hinter der Kirche einen auffallend großen Grabhügel. Von diesem berichtet die Sage folgendes: Vor Jahren wütete zu Pusarnitz die Pest und forderte so zahllose Opfer, dass bereits Gefahr bestand, die Gegend werde völlig entvölkert werden. Da hörte man eines Tages aus der Luft eine Stimme erschallen, welche kundgab, dass die Seuche sofort erlöschen würde, wenn man einen Menschen lebendig begrabe. Die Leute, welche dies hörten, wussten sich nicht zu raten, keiner wollte freiwillig eines so schrecklichen Todes sterben. Endlich einigte man sich dahin, dass derjenige, welcher am folgenden Sonntag nach der Messe zuerst die Kirche verlasse, das Opfer sein solle.
Zwei Männer hielten vor dem Kirchtor Wache, als ein junges Mädchen, die Bognerkellnerin, aus der Kirche trat. Doch kaum war sie einige Schritte vorwärts geeilt, so wurde sie von den Männern ergriffen und zum Grabe geschleppt, das zu diesem Zwecke aufgeworfen war. Wohl bat sie die Männer händeringend, sie doch zu verschonen; sie habe die Kellerschlüssel bei sich und müsse nach Hause eilen. Aber ehe die Leute aus der Kirche kamen, lag sie in der Grube, Steine und Erdschollen bedeckten sie.
So hatte sie ihr junges Leben dem Wohle der ganzen noch übrigen Bevölkerung opfern müssen, das Wüten der Pest aber hörte sogleich auf.
Auf dem Grabhügel wurde ein Holunderstrauch gepflanzt, zum Zeichen, dass das Opfer der Seuche da begraben liege. Als der Strauch immer größer wurde, beschnitten ihn die Leute sorgfältig, damit er ja nicht den First der nahen Kramerkeusche überrage. Denn dann, so geht die Sage, kehrt die Pest wieder. Im vorigen Jahre wurde er umgehauen. Die Größe des Grabhügels erklärt die Sage damit, dass er wenige Jahre nach dem Tode des unglücklichen Mädchens immer größer geworden sei.


Quelle: Georg Graber, Sagen aus Kärnten, Graz 1941, Seite 175 f.

Gemeinde

Lurnfeld

Standort

Das Kreuz steht am Fuße des Prüll, eines bewaldeten Hügels an der Verbindungsstraße von Möllbrücke nach Pusarnitz.
Pusarnitz, Unterort
9812 Lurnfeld

Eigentümer / Betreuer

Norbert Pichler vulgo Bogner