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Pestkreuz Maria Saal

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2006

Pestkreuz 1

Pestkreuz - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2006

Pestkreuz 2

Pestkreuz - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2006

Pestkreuz 3

Pestkreuz - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2006

Pestkreuz, Darstellung Kreuzigung

Pestkreuz - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2006

Pestkreuz, Freskendetail 1

Pestkreuz - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2006

Pestkreuz, Freskendetail 2

Pestkreuz - Bild 6

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2006

Pestkreuz, Freskendetail 3

Pestkreuz - Bild 7
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Beschreibung

Das Pestkreuz, der größte und bedeutendste spätgotische Bildstock des Landes, steht am östlichen Ortseingang von Maria Saal an der einstigen Burgfriedgrenze. Es handelt sich dabei um einen querrechteckigen, besonders prächtig gestalteten Laubenstock, der nach drei Seiten spitzbogig geöffnet und mit einem hohen Dach ausgestattet ist. Über dem westlichen Torbogen befindet sich ein kleines Fenster, das mit geradem Sturz in den Dachraum führt. Der ganze Bau steht auf einer niedrigen Basis und wird nach oben von einem Hausteingesims gegen das Dach abgeschlossen. Seit 1893 sind die Arkaden vergittert, die seitlichen Torbögen durch schmiedeeiserne Türen verschließbar.
Das Innere ist von einer Tonne mit seitlichen Stichkappen überwölbt, ein steinplattlgedecktes Walmdach mit zwei Fähnchen am Kugelknauf bekrönen das Ganze. Das Innere des Bauwerkes und die Südseite sind mit Malereien geschmückt.
Die Fresken der Südwand werden von einem zusätzlichen Dach geschützt.

Nach der Renovierung des Bauwerkes erfolgte 1972 im Auftrag des Bundesdenkmalamtes die Sicherung der Fresken durch Sebastian Einzinger.

Öffentlich zugänglich

Legende, Geschichte, Sage

Das Pestkreuz war ehemals Treffpunkt für die Wallfahrer. Es wird berichtet, dass noch im 18. Jh. die Pilger, die sich - aus Norden kommend - beim Pirkerkreuz in Arndorf trafen, einzeln durch den Bau gingen und dabei dreimal das Kreuzzeichen schlugen.

An der Stelle des Pestkreuzes erreichten früher die Kärntner Herzöge nach der Zeremonie auf dem Fürstenstein und dem Herzogstuhl, über einen Hohlweg vom Zollfeld kommend, den Maria Saaler Burgfried, wo sie von der hohen Geistlichkeit würdig empfangen wurden. Von hier aus ging es dann in den Dom zum Festgottesdienst, der die Feierlichkeiten der Herzogeinsetzung beschloß. Die Historiker gehen davon aus, dass diese bedeutende Stelle an der Burgfriedgrenze daher schon vor der Errichtung des Pestkreuzes entsprechend markiert gewesen sein dürfte.

Der Legende nach wurde das Pestkreuz auf dem Grab von drei Räubern errichtet. Dieses Räubertrio soll in der Gegend von Maria Saal sein Unwesen getrieben haben. Kein Mensch war mehr seines Gutes und seines Lebens sicher. Eines Tages war der Spuk plötzlich vorbei- und die Räuber verschwunden. Wenig später waren heisere Schreie zu vernehmen; just aus jenem Wald, in den sich die Räuber stets zurückgezogen hatten. Mutige Männer des Ortes zogen los und fanden die drei Räuber im Wald in Todesqualen: Sie waren von der Pest befallen. Glücklicherweise blieb der Ort von der Pest verschont. Zum Dank wurde ein hoher Bildstock errichtet, der heute noch an diese Zeit erinnert.

In Maria Saal werden noch heute zu den Bitttagen (Mo, Di, Mi vor Christi Himmelfahrt) Prozessionen abgehalten:
Am 1. Bitttag ist das Pflegerle Kreuz Ausgangspunkt bei der Prozession zum Maria Saaler Dom.
Am 2. Bitttag ziehen die Gläubigen vom Zeller Kreuz zum Maria Saaler Dom.
Am 3. Bitttag führt die Prozession vom Pestkreuz in Maria Saal zur Kirche nach Arndorf.

Hier führt auch der Hemma Pilgerweg nach Gurk vorbei.

Motive / Inschriften

An der südlichen Außenwand und im gewölbten Inneren besitzt das Pestkreuz spätgotische Wandmalereien, bezeichnet 1523, die 1972/73 restauriert wurden.
An der Südwand finden sich Architekturmalereien und Wappen entlang des Bogens. In der Sockelzone des Pfeilers sind links Johannes der Täufer - die Gestalt daneben ist zerstört - und darüber links das Wappen der Habsburger und rechts das Wappen des Erzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg zu sehen. Dazwischen befinden sich, von zwei nackten Genien getragen, je zwei Pilgerwappen. An der inneren Rückwand gibt es eine Darstellung der Kreuzigung mit vielen Figuren, links Trauergruppe Longinus, rechts Soldaten in Landsknechttracht mit Waffen und Fahnen; einer von ihnen reicht Christus den Schwamm. Dahinter eine kleine Ölbergszene.
Das Gewölbe birgt in der Mitte den hl. Geist sowie vier Evangelisten und vier Propheten und darunter zwei von Putten getragene Medaillons mit alttestamentarischen Darstellungen: u. a. Erschaffung Evas, Baum der Erkenntnis und Moses, der Wasser aus dem Felsen schlägt; in den Spitzbogenkappen die Vorbereitung zur Opferung Isaaks. Ergänzt werden die Bilder von zahlreichen Spruchbändern.
Die Architekturglieder und die Einzelbilder sind von breiten, meist violett-roten oder grauen Bordüren mit Renaissancemotiven eingefaßt.

Gemeinde

Maria Saal

Standort

Am östlichen Ortseingang an der Straße nach Arndorf steht das Pestkreuz gegenüber dem Parkplatz des Maria Saaler Freilichtmuseums.
Arndorfer Straße
9063 Maria Saal

Entstehungszeit

1523

Eigentümer / Betreuer

Marktgemeinde Maria Saal

Dazu im Lexikon