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Partisanendenkmal in Robesch

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Partisanendenkmal Robesch 1

Partisanendenkmal in Robesch - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Partisanendenkmal Robesch 2

Partisanendenkmal in Robesch - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Partisanendenkmal Robesch 3

Partisanendenkmal in Robesch - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Partisanendenkmal Robesch 4

Partisanendenkmal in Robesch - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2019

Partisanendenkmal Robesch 5

Partisanendenkmal in Robesch - Bild 5
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Beschreibung

Das Denkmal, ein grob behauener, zwei Meter hoher Marmorblock, wurde am 2.9.1973 errichtet, am 26.9.1973 gesprengt und am 24.10.1976 erneuert.

Legende, Geschichte, Sage

In dem Buch "Titos langer Schatten", Bomben- und Geheimdienstterror im Kärnten der 1970-er Jahre von Alfred Elste & Wilhelm Wadl, Klagenfurt 2015, ist dazu auf den Seiten 364 - 382 folgendes nachzulesen:
Gegen 4.45 Uhr 1973 legte ein Sprengsatz das Denkmal der Partisanen in Robesch bei Gallizien in Trümmer. An der Sprengung des erst am 2. September enthüllten Mahnmales, das an den ersten Zusammenstoß zwischen Partisanen und einem BS-Verband auf Kärntner Boden erinnern sollte, waren drei unmittelbar nach dem Anschlag ausgeforschte und in Haft genommene Männer beteiligt: Kfz-Mechaniker Johann Molitschnig aus Klagenfurt, Maurergeselle Walter Leyroutz aus Gallizien, Berufsjäger und Sprengbefugter Erwin Mack aus Waidisch. Noch am Tag der Sprengung konnte der Fall geklärt werden. Zwei Umstände waren dafür ausschlaggebend: Im Zuge einer zur Überwachung des Denkmals durchgeführten Patrouillenfahrt notierte sich ein Gendarmeriebeamter das Kennzeichen eines in der Nähe abgestellten KFZ. Schließlich wurde in Erfahrung gebracht, dass sich am Abend des 15. September im Gasthaus Rakuschek in Zell-Freibach mehrere Personen aufhielten, die stark alkoholisiert mit anwesenden Gästen in eine lautstarke politische Auseinandersetzung gerieten und dabei verbalisierten, die Partisanendenkmäler von Zell Pfarre und Robesch gehörten gesprengt. Knapp 2 Monate später, am 11. November 1973 standen der 26-jährige, mehrfach vorbestrafte Molitschnig, der 29-jährige Leyroutz (er bastelte die Sprengladung) und der 40-jährige Mack (dieser stellte den Sprengstoff zu Verfügung) vor dem Richter: Molitschnig erhielt 15 Monate, Mack 10 Monate und Leyroutz 12 Monate schweren Kerker. Johanna Mack, die Gattin von Erwin Mack erhielt als mitwirkende Randfigur eine auf 3 Jahre bedingte 6 monatige Haftstraße.

Das Denkmal erinnert an ein dunkles Kapitel der Kärntner Geschichte. Dazu ein kurzer Auszug aus dem Buch "Titostern über Kärnten" von Ingomar Pust, der darin zu den Ereignissen am 25. August 1942 in Robesch bei Abtei und dem bestehenden Denkmal schreibt (Seite 241 ff.):
Auf dem Denkmal steht die Inschrift: "In Kärnten fand an dieser Stelle der erste Kampf zwischen slowenischen Partisanen mit deutschen nazistischen Einheiten statt.“ Die Wahrheit ist, dass die Partisanen 3 holländischen Waffen-SS Leuten die Kehlen durchgeschnitten hatten. Ein Datum wird nicht genannt. Die Inschrift ist irreführend. An dieser Stelle hat nie ein Kampf stattgefunden, hier fiel kein einziger Schuss. Der Schauplatz des ersten Gefechtes lag in Wirklichkeit etwa 700 m östlich von Robesch im sogenannten Schellanderwald. Dort war am 25. August 1942 eine Abteilung von Freiwilligen einer holländischen Waffen-SS Einheit, die in Klagenfurt in Garnison lag, in einen Hinterhalt von Partisanen geraten, die aus Jugoslawien gekommen waren. Mehrere der noch kampfunerfahrenen Rekruten waren tot, drei fielen schwerverwundet in die Hand der Partisanen, Mörder schnitten den wehrlosen blutjungen Burschen die Kehle durch.
In seinem Bericht über das Gefecht bei Robesch meldete damals der Kommandant der Tito-Partisaneneinheit, die Deutschen hätten zehn Tote und einige Schwerverletzte gehabt. Die Zahl ist sicher übertrieben. Dass den verwundeten SS-Leuten die Hälse durchgeschnitten wurden, wird in dem Bericht nicht vermerkt, wohl aber, daß einige namentlich genannte Partisanen in Robesch ein Mädchen aus Wien, eine Hitleranhängerin vom Reichsarbeitsdienst "verhört" hatten. Im Bericht, den Prusnik in seinem Buch veröffentlichte, heißt es u. a.: Die Abteilung habe vier Tage nichts gegessen, bevor sie in Zell Pfarre wieder Lebensmittel erhielt und von den Bauern mit Nachrichten über die Deutschen versorgt wurde. Die Hälfte der Kameraden sei bloßfüßig gewesen. Nach dem Abenteuer in Robesch zog sich die Partisanengruppe über Rechberg und die Petzen wieder nach Jugoslawien zurück. Der Land- und Forstwirt Hans Stetschnig in Robesch erinnert sich an das Gefecht, das wohl eine Stunde gedauert haben mag. Ein Jahr später war sein Vater selber von Partisanen verschleppt und ermordet worden. Der damalige Ortsbauernführer Josef Kommetter war Zeuge, wie ein Soldat im Tarnanzug ins Gasthaus Stetschnig stürzte und mit der Pistole in der Hand verlangte, zu einem Telefon geführt zu werden. Er forderte dann aufgeregt in Klagenfurt Verstärkung und Krankenwagen an. Ursprünglich wollte der Partisanenverband 1972 ein Denkmal wirklich am Schauplatz des Massakers aufstellen. Aber der Besitzer des Grundstückes versagte ihm die Genehmigung. Daraufhin wurde das "Mahnmal" auf dem Grundstück eines Bauern errichtet, dessen Sohn als Partisan gefallen war.


In dem Bericht aus dem Jahr 2018 von Andrej Mohar über die Gedenkstätten für die Partisanen in Südkärnten ist über den ersten militärischen Kampf der Partisanen mit einer Nazi-Einheit in Robesch/Robež am 25. August 1942 zu lesen:

Die Ressentiments gegen alles Slowenische erlebten einen ersten Höhepunkt nach der Kärntner Volksabstimmung 1920, als die slowenische Intelligenz Kärnten verlassen musste, weil sie ihr sämtliche Arbeitsstellen verwehrt blieben. Einen zweiten Höhepunkt stellte die Deportation von über 1000 Slowenen aus dem gesamten slowenischen Sprachgebiet Südkärntens am 14. April 1942 dar, um das Gebiet gewaltsam zu germanisieren. Danach kam es zu einem breiteren bewaffneten Widerstand gegen das Nazi-Regime, der in der Folge maßgeblich zur Wiedererrichtung Österreichs beitragen sollte.

Das Gefecht in Robesch war der erste militärische Zusammenstoß einer Partisaneneinheit mit einer Nazitruppe auf dem Boden der Ostmark, im Rahmen des Großdeutschen Reichs. Dabei überfielen die Deutschen die Partisanen, die völlig unvorbereitet beim Abendessen saßen. Das Partisanen-Bataillon (ca. 60 Mann stark) zog sich ungeordnet aus dem Lager in die Tiefe des Waldes zurück und fast ein Drittel der Kämpfer hatte keine Waffen bei sich. Doch die hohe Kampfbereitschaft und Qualität ermöglichten im Nahkampf eine Wende. Die gesamte deutsche Kampfreihe flüchtete in Panik und wurde vom Bataillon ins Tal gejagt. Die Deutschen ließen ihre toten Soldaten zurück, aber auch Waffen, ein Maschinengewehr, Munition, einen Radiosender sowie Dokumente mit dem Einsatzbefehl.

Quelle:
Andrej Mohar (urednik / Redakteur): Otoki spomina / Gedenkinseln. Partizanska spominska obeležja na južnem Koroškem / Gedenkstätten für die Partisanen in Südkärnten. Celovec/Klagenfurt 2018, 177–182. (Die Erinnerung an diesen Kampf schilderte der Kommandant des Partisanenbataillons Franc Poglajen – Kranjc, ebd.)

Motive / Inschriften

In Kärnten fand an dieser Stelle der erste Kampf zwischen slowenischen Partisanen mit deutschen nazistischen Einheiten statt.
Das Denkmal erbaut 2.9.1973
gesprengt 16.9.1973
erneuert 24.10.1976

Verband der Kärntner Partisanen

Auf der Rückseite des Gedenksteines ist die selbe Inschrift auch auf Slowenisch angebracht.

Gemeinde

Gallizien

Standort

Das Denkmal steht am Waldrand einige Meter oberhalb des Gehöftes vulgo Lessiak.
Robesch 9
9132 Gallizien

Entstehungszeit

1973

Eigentümer / Betreuer

Verband der Kärntner Partisanen