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Keltenbrunnen Wabelsdorf

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2016

Keltenbrunnen Wabelsdorf 1

Keltenbrunnen Wabelsdorf - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2016

Keltenbrunnen Wabelsdorf 2

Keltenbrunnen Wabelsdorf - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2016

Keltenbrunnen Wabelsdorf 3

Keltenbrunnen Wabelsdorf - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2016

Keltenbrunnen Wabelsdorf 4

Keltenbrunnen Wabelsdorf - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2016

Keltenbrunnen Wabelsdorf 5

Keltenbrunnen Wabelsdorf - Bild 5
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Beschreibung

Dieser Brunnen ist das älteste kulturhistorische Denkmal der Gemeinde Poggersdorf. Es handelt sich dabei um einen Kultbrunnen aus der Keltenzeit. Er war Bestandteil des hiesigen keltisch/römischen Tempelbezirkes, in welchem sich einst insgesamt sechs einfache Kapellenbauten in einem ummauerten, polygonalen Hof sowie ein weiterer Brunnen und eine Zisterne befanden. Der größte Tempel stand an jener Stelle, wo 1930 die Volksschule erbaut wurde. Beim Erdaushub für das Schulhaus stieß man auf einen antiken Altar. Dieser lag nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Zwei weitere, jedoch zertrümmerte Altarsteine wurden ebenfalls geborgen. Die Inschrift des erhaltenen Altarsteines berichtet davon, dass Gaius Juventius Speratus und Cornelia Secundina diesen Stein aufgrund eines Gelübdes dem Keltengott Cucullatus, einer in vorrömischer Tradition stehenden keltischen Schutzgottheit, stifteten. Die Ausführung der Schrift lässt auf das 2. - 3. Jh. n. Chr. schließen. Es handelt sich hier bisher um das einzige in Österreich bekannte Heiligtum des Genius Cucullatus. Den Keramikfunden nach wird der Sakralbezirk in das 1. Jh. vor bis ins 4./5. Jh. nach Christus datiert. 1936 erfolgte etwa 200 m östlich der Schule die Freilegung eines römischen Grabbaus mit Brandbestattung aus dem 1. Jh. mit Grabinschrift sowie von Körpergräbern aus dem 4. Jh. 1937 stieß man in unmittelbarer Nähe auch auf ein urnenfelderzeitliches (Hallstatt A) Grab. In der Nähe des Heiligtums befindet sich ein zeitgleiches Gräberfeld und ein älterer Friedhof.
Das gesamte Ausmaß der Tempelanlage wurde bei systematischen Grabungen 1948 festgestellt, das Areal danach schließlich wieder zugeschüttet.
Der damals freigelegte Brunnen wurde überdacht, doch kümmerte sich in der Folgezeit niemand um die Brunnenanlage, so dass diese zunehmend verfiel. Dank der Intervention von VS Dir. Herbert Peball erfolgte 1977 eine erste dringende Renovierung. Franz Riepl, Schindelklieber aus Grafenbach deckte schließlich mit seinem Sohn das Dach neu. Die Tafel für die Legende fertigte der Tischler Gottfried Jörg. Dir. Peball schrieb die Legende dazu. 1992 kam ein gepflasterter Steig zum Brunnen und die Ummauerung westlicher- und östlicherseits dazu, ausgeführt vom Maurer Heinz Weidlitsch.
Im März 2002 erhielt der Keltenbrunnen ein neues Dach.

Legende, Geschichte, Sage

Diese bedeutende, an einer strategisch gut gelegenen Anhöhe errichtete Anlage in Wabelsdorf konnte im Jahre 1930 im Zuge des Schulbaues freigelegt werden. Eine kleine Sensation bildete der dabei entdeckte Weihealtar des Genius Cucullatus, von dem es auch in Maria Saal in der berühmten Reisewagen-Darstellung an der südlichen Außenwand des Domes eine Parallele in Kärnten gibt.

Gemeinde

Poggersdorf

Denkmalschutznummer

130237

Standort

Der Brunnen befindet sich in Wabelsdorf östlich der Volksschule.
Keltenstraße 6
9130 Wabelsdorf

Eigentümer / Betreuer

Gemeinde Poggersdorf