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Grabmal König Boleslaus II.

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2009

Grabmal König Boleslaus II.

Grabmal König Boleslaus II. - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2009

Grabmal König Boleslaus II.

Grabmal König Boleslaus II. - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2009

Grabmal König Boleslaus II., Inschrift

Grabmal König Boleslaus II. - Bild 3
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Beschreibung

Das Grabmal des Polenkönigs Boleslaus II. befindet sich am Friedhof direkt an der nördlichen Kirchenaußenwand. Es ist durch ein Vordach geschützt. Eingefriedet ist das in seiner heutigen Form 1839 geschaffene Grabmal durch ein eisernes Lanzengitter mit lateinischer Inschrift aus massiven Buchstaben "Heil den reisenden Polen".
Beim Grabmal befindet sich ein, in der 2. H. d. 16. Jhs. aptiertes römerzeitliches Relief mit einer Darstellung eines gesattelten Pferdes.
Darüber angebracht ist eine Bildtafel mit dem gerüsteten Herrscher, um ihn herum 7 Medaillons mit Szenen aus der Boleslaus-Legende von dem Wiener Maler J. Jobst, gemalt 1937; restauriert 1983 von W. Campidell. Links daneben sieht man eine Wandmalerei (um 1600) mit einer Landschaftsansicht von Ossiach, welche schon sehr verblasst ist.

Öffentlich zugänglich.

Legende, Geschichte, Sage

Über Boleslaus II., dem ob seiner militärischen Erfolge 1076 zum König gekrönten Herrscher der Polen, sind drei verschiedene Versionen seines Todes im Umlauf. Tatsache ist, dass er siegreich gegen die Böhmen sowie Ungarn kämpfte und 1069 sogar Kiew eroberte. Durch seinen Siegesrausch hochmütig geworden, entwickelte er sich jedoch zu einem grausamen Tyrannen. Er verbot sogar in Krakau das Feiern der heiligen Messe. Als jedoch der Bischof dieses Verbot nicht befolgte, ermordete ihn der König im Jahr 1079 vor dem Altar der Kathedrale. Papst Gregor VII. belegte den König daraufhin mit dem Kirchenbann und entband damit die Untertanen von ihrem, dem König geschworenen Treueeid.
Alle drei Legenden berichten von der Flucht des Boleslaus nach Ungarn, wo er bei König Stanislaus Asyl gefunden haben soll. Nach zwei Versionen soll er dort verstorben sein. Nach der einen soll er von Hunden bei der Jagd zerfleischt, nach der anderen von Adeligen getötet worden sein.

Die dritte Version besagt, dass er seine Untat zutiefst bereut und im Traum die Weisung erhalten habe zur Buße nach Rom zu pilgern. Auf diesem Weg gelangte er nach Ossiach, wo er bleib und als stummer Büßer acht Jahre lang die niedrigsten Dienste im Kloster verrichtete. Erst am Sterbebett gab er sich Abt Teucho gegenüber durch Vorweisen des königlichen Siegelringes zu erkennen. Nach Erhalt der Absolution verstarb er im Jahr 1089 und soll in der Stiftskirche begraben worden sein.
Das angebliche Königsgrab befindet sich unter der Mauer des nördlichen Seitenschiffes und ist in der Kirche nur durch eine bogenförmige Nische kenntlich gemacht, während sich das eigentliche Grabmal heute an der Außenseite der Kirche befindet.

In Ossiach ist die Boleslaus-Legende erst seit dem 16. Jh., also rund 500 Jahre nach dem Tod des Königs nachweisbar.

Motive / Inschriften

Ein römerzeitliches Relief mit einer Darstellung eines gesattelten Pferdes befindet sich beim Grabmal, sowie eine Bildtafel mit dem gerüsteten Herrscher, um ihn herum 7 Medaillons mit Szenen aus der Boleslaus-Legende von dem Wiener Maler J. Jobst und links daneben eine Wandmalerei (um 1600) mit einer Landschaftsansicht von Ossiach.

Inschrift:

Vermeintliches Grabmal des polnischen Königs Boleslaus II., der Kühne.
Der Überlieferung nach hielt sich Boleslaus II. als stummer Büßer in den Jahren 1081 - 1089 im Benediktinerstift Ossiach auf.

Gemeinde

Ossiach

Standort

Das Grabmal befindet sich am Friedhof an der nördlichen Kirchenmauer.
Friedhof
9570 Ossiach

Eigentümer / Betreuer

Pfarre Ossiach