Einer der wenigen gotischen Bildstöcke in Kärnten, schön profiliert, mit von Fresken, Kreuzen und Neidköpfen geschmückten Kielbogennischen und einem Helm aus Steinplatten. Die Bemalung des Bildstocks stammt aus jüngerer Zeit.
Der Bildstock steht an der Südwestecke außerhalb der Wehrmauer, die das alte Stift Griffen umgibt, östlich des Fahrweges in der Wiese. Er ist aus großformatigen Sandstein-Bauteilen errichtet. Die Kanten des Schaftes sind zu Säulen verarbeitet, denen sich beidseitig eine Hohlkehle anschließt. Diese ist kürzer als die Säule, oben gerade geschlossen, während als Ausnahme die Hohlkehle links an der Ostseite länger ist und halbkreisförmig-konkav endet. Ein handbreites Gesims begrenzt den Schaft, auf dem sich der aus dem Kubus geschnittene Tabernakel erhebt. Ein schmales Steinband liegt über dem Bildnisabschnitt, darauf sind Jahreszahlen verzeichnet. Danach folgt ein in Zacken ansetzendes und in zwei Schwingungen ausladendes Gesims, auf dem das steinplattlgedeckte Pyramidendach liegt. An den Gesimsen hängen Wappen, die Dachspitze krönt das päpstliche Kreuz.
Öffentlich zugänglich.
Mit dem Gründer des Prämonstratenserordens, Norbert von Xanten, weist der Bildstock auf das ehemalige Prämonstratenser Stift hin, einem gegen die Türken wehrhaft ausgebauten Gebäudekomplex mit zwei Kirchen.
Möglicherweise befand sich unter dem Bildstock ein Pestgrab außerhalb der Friedhofsmauer, zumal die Seuche 1545 in Kärnten stark verbreitet war.
Heute bildet der Bildstock eine Station der Palm- und der Fronleichnamsprozession.
Das Kreuz diente auch als Totenrast. Außerdem bezeichnet es die Besitzgrenze des Stiftes.
Einheimische erzählen, ein Bauer habe eines Tages nahe dem Kreuz mit der Eisenstange ein Loch in den Acker bohren wollen. Da sei die Stange plötzlich vom Boden "verschluckt" worden. Deshalb vermute man, dass sich unter dem Stöckl so manches verberge.
Quellen: Markl, Josef/Gutterer, Margarete, Flurdenkmäler in Kärnten. Wegkreuze und Bildstöcke, Klagenfurt 1991, 29.
"Wegzeichen des Glaubens": Eine Serie der Kärntner Kirchenzeitung in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt.
Dargestellte Motive:
Im Norden: Gekreuzigter mit Maria Magdalena
Im Osten: Muttergottes mit Kind
Das Fensterrelief in beiden Fällen links;
Im Süden: hl. Norbert von Xanten (Monstranze als Attribut)
Im Westen: Mariä Verkündigung
Das Fensterrelief beide Male rechts;
JZ: 1546.
Am Band über dem Tabernakel stehen die Jahres-zahlen von Norden aus im Uhrzeigersinn: 1956, 1575, 1847 und 1779. Es düefte sich dabei um die Jahre der Renovierung handeln.
Je zwei Wappen an den Gesimsecken zeigen die gleiche Bemalung, und zwar die päpstlichen Farben weiß-gelb und den bambergischen Löwen.
Griffen
Am Staßenrand unweit des Stiftes Griffen
1546
Stift Griffen
| Kategorie | Bildstöcke / Wegkreuze |
| Gemeinde | Griffen |
Griffen
Griffen
Griffen
Griffen