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Eisloch

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Eisloch 1

Eisloch - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Eisloch 2

Eisloch - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Eisloch, Hinweistafel

Eisloch - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2015

Eisloch, ausgezimmerter Schacht

Eisloch - Bild 4
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Beschreibung

In der Gemeinde St. Margareten i. Ros. liegt in Hintergupf im Bereich des sogenannten „Boden“ am Fuß der Matzen der berühmte „Eiskeller“, eines der wenigen echten, weil ganzjährigen Eislöcher in Österreich.

Legende, Geschichte, Sage

Schon seit Jahrhunderten sind in den Alpen von verschiedenen Örtlichkeiten ganzjährig bestehende Eisvorkommen in Grobschutt- oder Blockhalden bekannt, die in der warmen Jahreszeit zum Kühlen verderblicher Lebensmittel (Milch, Fleisch, Bier) ebenso verwendet wurden wie die Eingangsbereiche von Höhlen. A. von Morlot erwähnte 1847 als bekanntes Beispiel solcher Eiskeller die Keller der Brauerei zu Kaltenhausen bei Hallein nahe Salzburg. Er führte die Eisbildung auf die Luftzirkulation in diesen Blockhalden zurück, wobei durch die Verdunstung der in den Halden enthaltenen Feuchtigkeit soviel Wärme aus der zirkulierenden Luft verbraucht wird, dass sich diese bis zum Gefrierpunkt abkühlt, sodass im Boden Eis entsteht. Dieser Deutung schloss sich auch der Kärntner Geologe und Montanist Richard Canaval an, als er 1893 erstmalig den Eiskeller auf der Matzen beschrieb. Der Meteorologe W. Gressel nahm hingegen in den 1960-er Jahren an, dass in der Tiefe des Berges größere, bisher unzugängliche und unbekannte Hohlräume vorhanden sein müssen, welche durch die im Winter am Fuße des Berges einziehende Kaltluft so viel Eis und Kälte zu speichern vermögen, dass das Eis stellenweise auch in den überlagernden Grobschuttschichten die warme Jahreszeit überdauern kann. Derartiges Eis in den Schutthalden wurde inzwischen an 5 Stellen des Matzen-Osthanges in Höhenlagen zwischen 1.100 m und 1.300 m angetroffen. Am besten zu beobachten ist dieses Bodeneis in einem einst 7 m tiefen, ausgezimmerten Schacht südlich des Boden, den die Forstverwaltung Hollenburg nach dem 2. Weltkrieg herstellen ließ, um Wasser für die hier tätigen Forstarbeiter zu erschließen. Dieser Schacht brachte aber kein Wasser, sondern füllte sich binnen relativ kurzer Zeit bis knapp unter die Erdoberfläche mit Eis.
Lange nahm man an, dass dieses Bodeneis ebenso wie jenes in den Eishöhlen ein Überrest der Eiszeit sei. Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es sich beim Höhleneis um eine Neubildung handelt, für die bisher ein Höchstalter von etwa 3.000 Jahren nachgewiesen wurde. Ähnlich sind auch diese Bodeneisbildungen sicher jungen, vielleicht sogar sehr jungen Ursprungs (das Klima war im Mittelalter deutlich wärmer als heute).

Bodentemperaturmessungen und die Untersuchung der Vegetation haben gezeigt, dass die Bodeneisbildung noch weiter verbreitet ist, als man zunächst meinen möchte. Die ständig ausströmende Kaltluft und das Bodeneis beeinflussen die Bodenbildung, der Wassermangel und die niedrige Temperatur verändern den Chemismus der Pflanzen, ihre Wuchsleistung, die Wuchsform, die Stamm- und Blattanatomie sowie die Größe der Blätter und Nadeln. In manchen Bereichen wie etwa in unmittelbarer Nähe des "Brunnenschachtes" konnte so eine fast baumlose Fläche spärlicher, tundrenartiger Vegetation und Kümmerwuchs der wenigen Bäume entstehen. Auch die Boden bewohnenden Kleintiere, die in ihrem Aktionsradius beschränkt sind, lassen die ungünstigen Lebensbedingungen auf diesem Tundrenflecken deutlich erkennen. Kleine Gehäuseschnecken, Asseln, Tausendfüßler, Afterskorpione, Weberknechte und Echte Spinnen sowie die verschiedensten Insekten kommen zwar auch hier mit über 90 Arten vor, finden sich aber stets nur in einzelnen oder wenigen Exemplaren. Neben einigen Kälte liebenden Arten ist besonders ein echter, augenloser Höhlenkäfer erwähnenswert, der vielleicht tatsächlich auf größere Höhlenräume in der Tiefe des Berges hinweisen könnte.

Gemeinde

St. Margareten im Rosental

Standort

Das Eisloch liegt am Geologischen Wanderweg 14H in Hintergupf.