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Dorfplatzkreuz Diex

Foto: Archiv 1970

Dorfplatzkreuz mit Lourdesnische

Dorfplatzkreuz Diex - Bild 1

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Diexer Dorfplatzkreuz 1

Dorfplatzkreuz Diex - Bild 2

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Diexer Dorfplatzkreuz 2

Dorfplatzkreuz Diex - Bild 3

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Diexer Dorfplatzkreuz, Mondsichelmadonna

Dorfplatzkreuz Diex - Bild 4

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Diexer Dorfplatzkreuz, hl. Martin

Dorfplatzkreuz Diex - Bild 5

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Diexer Dorfplatzkreuz, Kreuzigungsszene

Dorfplatzkreuz Diex - Bild 6

Foto: Monika Gschwandner-Elkins 2010

Diexer Dorfplatzkreuz, hl. Florian

Dorfplatzkreuz Diex - Bild 7
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Beschreibung

Der in seiner Dimension größte und historisch bedeutendste Bildstock der Gemeinde Diex steht mitten am Dorfplatz vor dem Eingang zur Pfarrkirche. Wegen der Verbreiterung der Straße musste der Bildstock vor einigen Jahrzehnten dem Verkehr weichen und wurde näher zum Gasthof Kramer versetzt. Bei der Restaurierung durch die Firma Campidell wurden übermalte Heiligenbilder in den Nischen und historisch bedeutende Inschriftenreste freigelegt.
Die hochgewachsene Gestalt des vierseitigen Doppelstocks präsentiert sich heute wieder in ihrer ursprünglich gotischen Form. Die Lourdesgrotte im Schaft wurde entfernt, nachdem die dem Kaufmann Napetschnig gehörige Marienstatue gestohlen worden war. Besonders auffallend ist das mächtige Zeltdach aus Steinplatteln, das achteckig auf dem kubischen Nischenkörper aufsitzt und den Kegelhelmen der Rundtürme der Diexer Wehranlage von 1535 nachempfunden zu sein scheint. In die Zeit um 1535 ist ebenso der große steinerne Opferstock zu datieren, der bei der Übertragung des Bildstockes in dessen Schaft entdeckt worden war und nunmehr rechts vom Kirchenportal aufgestellt ist.

Öffentlich zugänglich.

Legende, Geschichte, Sage

Der Bildstock dient heute bei kirchlichen Festen mit Umgängen (Fronleichnam, Kirchtag) als Evangelium- und Betstation.

In der heute leider nicht mehr vorhandenen Lourdesnische am Schaft des Bildstockes soll einer alten Legende nach jene Madonna gestanden haben, die von einem frommen Knecht nach Mariazell gebracht wurde, nachdem sie Diexer Bauernburschen als Königin zum Kegelspiel verwendet hatten. Um das begangene Unrecht wieder gut zu machen und um gute Ernte zu bitten, pilgern die Diexer Bauern daher seit der Mitte des 18. Jhs. jedes Jahr nach Maria Zell.

In Diex treffen heute die aus Crna kommende Route des Hemma Pilgerweges, der Kärntner Marienpilgerweg und der Mariazellerweg zusammen.

Motive / Inschriften

Die großen Nischen des auf einem breiten Sockel ruhenden Tabernakels waren ursprünglich vollständig mit Heiligenfiguren bemalt und mit mehrzeiligen Inschriften bedeckt: In Richtung Greutschach sind folgerichtig dargestellt eine stehende Martinsfigur mit Bischofsstab und Buch und einer Gans zu Füßen, im Gewände rechts der hl. Georg und links der hl. Florian. Das große Florianfresko in der nordwestlichen Bildstocknische war einst mit einer slowenischen Inschrift, die allerdings nach 1920 entfernt wurde, bezeichnet. Im Südosten erscheint eine Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes. Offensichtlich hat hier auch die unmittelbare Nähe zur alten Gerichtslinde eine gewisse Rolle bei der Zusammenstellung der Themen gespielt. Die der Kirche zugewandte Nische zeigt schließlich eine Mondsichelmadonna mit einem heute bis auf die Anrede "S(ankt) Maria..." gelöschten Begleitspruch. Im Bildstockschaft unter der Mondsichelmadonna befand sich ehemals eine große, mit einem reich verzierten Gitter verschlossene Lourdesnische, vor der um 1900 noch Kniebänke zum Verrichten der Gebete aufgestellt waren. Die straßenseitige Nische war wahrscheinlich auch zur Aufnahme von Opferlichtern und milden Gaben bestimmt. In der heute leider nicht mehr vorhandenen Nische am Schaft des Bildstockes soll einst eine Madonnenfigur gestanden haben.
Oberhalb der Nordostnische ist in der fünfzeiligen Inschrift nach der Aufzählung der am Bildstock dargestellten Heiligen am Ende der Inschrift auch die Datierung zu entziffern (1629).In der Inschrift wird ein Geistlicher namens Vitus Jauritsch genannt. Offensichtlich hat Vitus Jauritsch von Herzfeld, der als Kanonikus von Völkermarkt im Jahr 1648 bezeugt ist, den Diexer Dorfplatzbildstock als äußerlich sichtbares Zeichen der Gegenreformation neu errichten und bemalen lassen. Das in der Mitte der Inschrift angebrachte Wappen zeigt ein geflügeltes, rotes Herz und besteht in der unteren Hälfte aus drei goldenen Querbalken. Die stark in Mitleidenschaft gezogenen Fresken an der Wetterseite sind dann vermutlich 1778 anläßlich der Fertigstellung der spätbarocken Umbauten grundlegend restauriert worden. Für eine teilweise Änderung des Bildprogrammes und die Neubemalung im 18. Jh. spricht das zweimalige Vorkommen des hl. Florian. Nicht mehr sichtbar ist ein in der Kunsttopographie des Herzogtums Kärnten überliefertes Steinmetzzeichen, das der Erbauer des Bildstockes angeblich hinterlassen hat.

Gemeinde

Diex

Standort

Der Bildstock steht am Dorfplatz nördlich der Kirche
Dorfplatz
9103 Diex

Eigentümer / Betreuer

Fam. Napetschnig

Dazu im Lexikon