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A.M. Slomšek-Gedenktafel auf dem Pfarrhaus Vuzenica

Foto: Vinko Skitek 2010

A.M. Slomšek-Gedenktafel auf dem Pfarrhaus Vuzenica - Bild 1

Beschreibung

Die Gedenktafel besitzt eine rechteckige Form, ist aus Marmor gefertigt und hat eine Inschrift und ein Slomšek-Bild.

Öffentlich zugänglich.

Legende, Geschichte, Sage

Anton Martin Slomšek (1800 - 1862) war zu Lebzeiten eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Geistes- und Kulturgeschichte im Alpen-Adria-Raum. Im Jahr 1824 zum Priester geweiht, trat der spätere Bischof von Lavant 1838 sein Priesteramt in Vuzenica/ Saldenhofen an der Drau an und wirkte hier bis 1844. Neben der Renovierung bzw. dem Umbau des Pfarrhofes und einer Sanierung des Gotteshauses, machte er sich vor allem um das Volksschulwesen in seiner Heimat verdient und verfasste selbst viele Schulbücher in slowenischer Sprache. Slomšek predigte regelmäßig deutsch und slowenisch und leistete wertvolle Arbeit für die lange vernachlässigte slowenische Sprache. Er schrieb u. a. nach dem Vorbild Bischof Johann Michael von Sailers und Christoph von Schmids sein berühmt gewordenes pädagogisches Werk “Blasius und Agnes in der Sonntagsschule”. Im Pfarrhaus von Vuzenica/Saldenhofen gab es unter Slomšek eine strenge Hausordnung, die vom gemeinsamen Gebet bis zur Freizeit alles regelte. So ist aus den Jahren seiner Tätigkeit überliefert, dass er um die gleichberechtigte Verwendung der Sprachen Latein, Deutsch und Slowenisch bemüht war. So wurde jeweils an zwei Tagen in der Woche bei Tisch abwechselnd Lateinisch, Deutsch und Slowenisch gesprochen. Am Sonntag berücksichtigte man die Sprachkenntnisse der Gäste.

1844 wurde Slomšek Domherr in St. Andrä und Inspektor aller Schulen im Bistum Lavant. Er regte die slowenische Neuübersetzung der Bibel an und gab drei Gebetbücher heraus. 1846 nominierte ihn der Salzburger Metropolit Friedrich Kardinal Fürst zu Schwarzenberg zum Fürstbischof von Lavant und konsekrierte ihn nach der kaiserlichen Bestätigung.

Auch als Bischof kümmerte sich Slomšek um seine Gläubigen in beiden Sprachen und regte bei Kultusminister Leo Graf von Thun in Wien zweisprachige Lehrbücher an. Sein schwieriges Gebirgsbistum bereiste er mehrfach, wobei er regelmäßig Pastoralkonferenzen und Priesterexerzitien durchführte. Im Revolutionsjahr 1848 wandte er sich gegen die Einberufung der Seminaristen zur Nationalgarde und gegen nationalistische Tendenzen auf beiden Seiten.
Auf ihn geht die Gründung der Bruderschaft der heiligen Cyrill und Method zurück. 1852 wurde diese Bruderschaft päpstlich bestätigt und verbreitete sich bei allen slawischen Völkern. Es gelang Slomšek, die noch heute bestehende Hermagoras-Gesellschaft zur Verbreitung des slowenischen Schrifttums zu gründen. 1859 wurde der Bischofssitz schließlich von St. Andrä nach Maribor/Marburg an der Drau verlegt.
Damit verbunden war eine Neugliederung der Diözesen Seckau, Gurk und Lavant. 1859 eröffnete Slomšek ein Priesterseminar in Maribor/Marburg und gründete einen Frauenverein, aus dem die Kongregation der Schulschwestern von Maribor/Marburg hervorging.
Im Jahre 1999 wurde Slomšek von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Motive / Inschriften

Inschrift:
(ANTON MARTIN SLOMŠEK
OBERPFARRER, DEKAN UND SCHULINSPEKTOR IN VUZENICA)

Gemeinde

Vuzenica

Standort

Die Tafel befindet sich an der Außenfassade des Pfarrhauses in Vuzenica.
Zgornji trg
2367 Vuzenica

Eigentümer / Betreuer

Pfarre Vuzenica

Dazu im Lexikon